Bestimmt kennt jeder den Spruch “Jedem das Seine”. Entweder aus dem allgemeinen Sprachgebrauch oder daher, dass er über den Toren des Konzentrationslagers Buchenwald steht. Jedenfalls wurde er zum ersten Mal dokumentiert ausgesprochen vom römischen Philosophen Cato dem Älteren und das war eindeutig vor der NS-Zeit. Und wenn jemand den Satz benutzt gehe ich prinzipiell von der ursprünglichen und wörtlichen Bedeutung aus. Es sei denn er steht in Bomberjacke und Springerstiefeln vor mir und schlägt mich zusammen, das wäre etwas anderes.
Jedenfalls hat sich ja letztens einmal wieder blöderweise eine Werbeagentur daran vergriffen, so dass Tschibo und Esso gemeinsam unter “Jedem den Seinen” auf die Vielfalt des Kaffeeangebotes aufmerksam machen wollten. Da war natürlich der Zentralrat der Juden mal wieder höcht entsetzt und der Vizepräsident Salomon Korn nannte das eine “nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit” oder ein Beispiel “totaler Geschichtsunkenntnis”.
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