Des iPhones schlechter Einfluss auf die Wissenschaft der Informatik
So würde ich zumindest die Überschrift des folgenden Artikels übersetzen, den ich eben im Netz gefunden habe:
Why the iPhone could be bad news for computer science | silicon.com
Thematisch passt der Artikel sehr gut zu einer Beobachtung, die ich auch schon öfter gemacht habe! Gerade erst letzte Woche, als im Hörsaal in der Reihe hinter mir ein paar Kommilitonen saßen und sich über ihre iPhone unterhielten. Ich konnte dabei heraus hören - falls ihr das einmal lest, nehmt es nicht persönlich oder kritisch
- dass sie teilweise einfach Quatsch erzählten ("Mit'm Jailbreak kannste alle Apps kostenlos installieren." - Nicht faktisch falsch aber vollkommen falsche und schlechte Kausalkette) und daraus schloss ich, dass sie einfach keine Lust haben, sich tiefergehend mit dem Gerät und der Technik zu beschäftigen. Erschreckt hat mich das, weil es sich eben um Informatikstudenten handelt, von denen hätte ich eigentlich erwartet, dass sie - ähnlich wie ich - wegen ihrem grundlegenden Interesse an dieser Art von "computer science" die Hintergründe hinterfragen und wissen wollen was hinter dem Easy-to-Use-iPhone-OS steckt!
Jedenfalls, der Artikel sagt das so ähnlich auch, ich übersetze mal, was Dr. Robert Harle, stellv. Forschungsdirektor des Cambridge Computer Laboratory, dazu sagt:
"Es wächst gerade eine Generation heran, die mit der [heutigen] Technologie sehr vertraut ist - zumindest was die Benutzung angeht. Aber sie scheinen nicht so interessiert daran zu sein, sie auch zu verstehen.
[...]
Die Leute können ihr iPhone benutzen... aber sie wollen es nicht erforschen, sie wollen die Tiefen, die dahinter stecken nicht verstehen. Und ich habe den leisen Verdacht, dass das unter Anderem auch daher kommt, dass wir inzwischen in der EDV, der Informatik oder der IT, wie auch immer man es nennen mag, auf einer Stufe angelangt sind, in der es so eine Black Box ist, so eine komplexe Angelegenheit, in die man sich nicht mehr so hineinfiddeln kann, wie es früher der Fall war."
Und ich fürchte, damit hat er recht! "Unter die Haube" zu gucken, wird immer komplizierter und deshalb lassen sich viele davon abschrecken und versuchen es auch gar nicht erst!
Was ich auch noch interessant fand, als weitere Ursache bringt er im Text den "Computerunterricht" an Schulen an! Denn der gebe den Schülern ein falsches Bild davon, was Informatik ist!
"Es geht nicht um Word, es geht nicht um Excel, wir lehren nichts dergleichen, aber leider ist das genau das, um was es in der Schule geht. [...]
[Informatik] wird dort auch nicht mit Mathematik verbunden, das ist jedoch genau das, was wir brauchen!"
Auch da hat er wieder recht! Die Tatsache, dass ein Informatikstudium zumindest am Anfang zu großen Teilen einfach nur aus Mathematik besteht, ist vielen nicht klar! Ich muss dazu aber nur auf meinen Stundenplan schauen: 10 SWS Mathe, 12 SWS für die drei anderen Kurse.
Aber was nun? Ich finde ja sowieso, man sollte in irgendeiner Art und Weise einen "Computerführerschein" einführen und den Leuten einfach mal so ein paar Dinge klar machen wie: "Benutzt nicht den Internet Explorer" (~"Telefoniert nicht beim Fahren") oder "Man kann in Word auch Formatvorlagen benutzen, wegen der Semantik" (~"Man fährt nicht auf dem Standstreifen") usw...
Wer weiß wo das so noch hinführt... Wenn Menschen Dinge benutzen ohne zu verstehen wie sie funktionieren kann da nichts Gutes bei rauskommen!
Autorität und Patriarchat
"Mama", fragt der kleine Michael, "bringt der Storch wirklich die Babys?" - "Selbstverständlich, mein Schatz."
"Und die Weihnachtsgeschenke? Bringt die tatsächlich der Weihnachtsmann?" - "Ja, mein Kind."
"Und unser tägliches Brot schenkt uns der liebe Gott?" - "So ist es."
"Dann möcht ich aber gern mal wissen, wozu wir eigentlich Papa haben."
Meine Meinung zum Amoklauf [Updated]
Wie ja inzwischen bekannt sein dürfte, hat Tim K., der Amokläufer von Winnenden seine Tat vorher nicht im Internet angekündigt! Es handelt sich dabei um einen Fake-Screenshot, der von einem Düsseldorfer erstellt wurde, den Nils im IRC interviewt hat. (Das ist Journalismus! Danke Nils!) Durchaus Lesenswert!
Update: Über Tim erreichte mich grade ein interessanter/lustiger/trauriger Blogeintrag von Hanno Zulla aus Hamburg: Guten Abend, meine Damen und Herren, Sie sehen die Abendnachrichten. Besonders lesenswert ist der (einzige) Kommentar und die Links darin.
Was wollte ich sonst noch dazu loswerden?
Achso, ja, natürlich hat der Amokläufer "Killerspiele" auf seinem Rechner gehabt, berichtete die Presse vergangene Woche. Nun, das freut mich aber jetzt für all die ahnungslosen Politiker und Meinungsmacher, dass sie damit wieder mal die bösen Computerspiele haben, die Schuld sein können. Die Tatsache, dass Tim K.s Tat bestimmt keine ausschließliche Reaktion auf unreifen, übermäßigen Genuss von First-Person-Shootern (wie "Killerspiele" im Fachjargon heißen) kann man dabei ja unter den Tisch kehren, weil dann würde es ja kompliziert werden. (siehe hier bei heise)
Vereinzelte Medien versuchen zu bemerken, dass zwar bisher (fast) jeder Amokläufer solche Spiele gespielt hat, aber noch lange nicht jeder Counter-Strike-Spieler ein Amokläufer ist! ("Killerspiele schuld an Amoklauf?" - Pro-Kontra-Argumentation der taz). Immerhin hat praktisch jeder meiner gleichaltrigen Bekannten (mich eingeschlossen) Counter-Strike und/oder weitere Spiele dieser Gattung auf seinem Rechner und obwohl die Phase, in der das Spiel exzessiv bei LAN-Party gezockt wurde vorbei ist, hat man ab und zu einfach nochmal Lust darauf und rettet ein paar Geiseln oder entschärft Bomben.
Die wirkliche Ursache für Tim K.s "Verzweiflungstat" liegt wohl eher in unserer Gesellschaft. Enbert Alstein schreibt als Kommentar zum taz-Artikel:
"Ursachen sind hier: Soziale Kälte (schon in den Familien, bis hin zu den Prinzipien im Beruf (Konkurrenzkampf), die auch an den Schulen und im sonstigen Leben, schon von Kindern und Jugendlichen schon als "heimliche Lehrpläne" präsent sind. Die Faktoren sind interdependent."
Und dem kann ich nur zustimmen, manchmal geht es mir so ähnlich. Dann überlege ich über meine Zukunft: Beruf, Leben, Kinder, ... und muss entsetzt feststellen, dass ich wirklich keine Lust habe, in einer solchen Welt, wie sie heutzutage aussieht zu leben und Kinder groß zu ziehen! Mit einem Beruf, für den ich meine Prinzipien verraten muss, und dann in einem sozialen Familienunternehmeneiner globalen Aktiengesellschaft indirekt die asoziale Martkwirtschaft unterstütze und meine Kinder von PädagogenLeuten unterrichtet werden, die ihren Beruf aus Verzweiflung ergriffen haben und mit Kindern gar nicht klar kommen. Diese Vorstellung ängstigt mich und ich hoffe einfach, dass sich einerseits Dinge ändern werden und ich vielleicht die Möglichkeiten sehe, die Welt wenigstens für mich erträglich zu machen.
Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die PolitikerLeute die am Drücker sitzen erkennen, dass die Ursache für all die Dinge wie Amokläufe oder bespitzelnde, überbezahlte Manager oder ähnliches nicht in einer materiellen Ursache wie Computerspielen liegen, sondern in grundsätzlichen "Charakterzügen" unserer heutigen Gesellschaft. Natürlich ist es wesentlich schwieriger dort etwas zu ändern, aber es ist die einzige Lösung aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Jeder einzelne muss sich überlegen, in wie weit sein Verhalten Ausdruck einer falschen/schlechten gesellschaftlichen Norm ist, und versuchen sich dagegen zu verhalten. Wenn das jeder mit der entsprechenden Selbstreflexion tun würde, wäre unsere Welt bestimmt ein großes Stück freundlicher und angenehmer. Aber so lange nur vereinzelte Denker so Denken und etwas an ihrem Verhalten ändern, und das keine Kreise ziehen kann, wird sich wenig ändern.
Jedem das Seine
Bestimmt kennt jeder den Spruch "Jedem das Seine". Entweder aus dem allgemeinen Sprachgebrauch oder daher, dass er über den Toren des Konzentrationslagers Buchenwald steht. Jedenfalls wurde er zum ersten Mal dokumentiert ausgesprochen vom römischen Philosophen Cato dem Älteren und das war eindeutig vor der NS-Zeit. Und wenn jemand den Satz benutzt gehe ich prinzipiell von der ursprünglichen und wörtlichen Bedeutung aus. Es sei denn er steht in Bomberjacke und Springerstiefeln vor mir und schlägt mich zusammen, das wäre etwas anderes.
Jedenfalls hat sich ja letztens einmal wieder blöderweise eine Werbeagentur daran vergriffen, so dass Tschibo und Esso gemeinsam unter "Jedem den Seinen" auf die Vielfalt des Kaffeeangebotes aufmerksam machen wollten. Da war natürlich der Zentralrat der Juden mal wieder höcht entsetzt und der Vizepräsident Salomon Korn nannte das eine "nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit" oder ein Beispiel "totaler Geschichtsunkenntnis".
Nun gut. Dann gab es natürlich den nötigen Medienrummel und wieder einmal hat der Zentralrat der Juden erfolgreich demonstriert, wie unfähig er anscheinend ist, die Geschichte zu verarbeiten und über den (leider schon uralten) Vorurteilen gegenüber Juden drüber zu stehen (wie man Kindern das so gern beibringt, wenn sie geärgert werden). Da suhlt sich wohl mal wieder jemand gerne in seiner Opferrolle... Das finde ich nicht gut.
Ich mag den Satz "Jedem das Seine". Er drückt gut aus, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Meinungen und unterschiedliche Lebensvorstellungen haben und dass man das manchmal nicht verstehen muss, aber dass das ja nicht schlimm ist. So benutze ich diesen Satz.
Da kann sich jetzt jemand drüber aufregen, wenn er möchte, aber gemäß "Jedem das Seine", darf er das, genauso wie ich ihn benutzen darf.
Wer sich zum Tschibo-Esso-Missgriff noch ein paar interessante Seiten ansehen möchte, immer interessant ist der Hitlerblog bei der taz (wird übrigens geschrieben von Daniel Erk, den man aus der NEON kennt). Und er verlinkt dort auf einen anderen Beitrag bei coffee and tv.
“Profi”-Sport
Ich fürchte ich bin gerade in streitlustiger Stimmung, also muss das jetzt sein:
Wie ja eigentlich jeder weiß, habe ich mit Sport eher weniger am Hut. Und, was auch fast jeder, der mich kennt, weiß, was mir noch mehr auf den Senkel geht, ist der sogenannte "Profi"-Sport und dessen Fans. Gerade ist mal wieder eine Weltmeisterschaft. Handball. Prima.
Nun... Einerseits halte ich nix davon, Leuten Millionen an Geld zu zahlen, dafür dass sie das tun, was andere Leute in ihrer Freizeit als körperlichen Ausgleich tun. Beim Fußball ist es ja eine allgemein bekannte Tatsache, dass die sog. Profi-Fußballer in ihrem Kopf das Selbe haben wie in dem Ding gegen das sie immer treten. Luft. Das führt mich ja zu der Annahme, dass sich ganz einfach Sport und Wissen (ich möchte mal nicht so weit gehen und es Bildung nennen) in ihrer Ausprägung in einem Menschen gegenseitig ausschließen nicht beide von einem Menschen 100%-ig vertreten werden können, das geht schon einfach aus Zeitgründen nicht. Ein Profi-SportlerFußballer, der gleichzeitig in der Lage ist, anständige Deutsche Sätze zu bilden ist eine Ausnahme. Eine große. Was soll man denn davon bitte halten... Ich halte eh wenig von Leuten, die denken: "Wissen ist Macht - Nichts Wissen macht auch nichts" (Ich finde den Spruch zwar lustig, aber er ist keinesfalls mein Leitmotiv.).
Und andererseits gehen wir die Fans auf den Sack. Natürlich bedingt dadurch, dass ich aufgrund mangelnden Interesses das erstere schon nicht nachvollziehen kann. Die Fußball-WM 200(wannwardas?) war grausam für mich. Hupende Autos. Riesige Public-Viewing-Veranstaltungen. Überall Deutschlandfahnen. Und dann das heuchleriche Gelabere von wegen, dass die Deutschen wegen der WM ihr Nationalgefühl endlich zurück bekommen. Scheißdreck. Blöde Sprüche.
Mich nervt es, wenn ich Leute sehe, deren WKW-Avatar jetzt bis der Quatsch vorbei ist anders aussieht und deren Wohnort sich jetzt täglich ändert.
Was ist denn bitte so toll daran, anderen Leuten beim Sport machen zuzugucken??? Und wie man das zu einem integralen Bestandteil seines Lebens machen kann? Kann mir das mal jemand erklären? Ich fürchte nicht so, dass ich es akzeptieren würde. Ja, ich weiß.
Alles nur blöde Geldmacherei, so wie alles heuzutage.
Das zeigt wieder einmal, dass es uns (auf der Welt bzw. Deutschen) doch gar nicht so schlecht geht. Trotz Rezession und Terrorismus, wenn wir keine größeren Sorgen haben, als dass Deutschland die WM verlieren könnte, dann ist es kein Wunder wenn sich an den anderen Dingen nichts ändert.
Aber macht jemand einen hupenden Autokorso wegen der Wirtschaftskrise? Oder wegen politischer Fehlentscheidungen? Wer geht den bitteschön demonstrieren, heutzutage. Ist doch viel zu anstrengend und gefährlich. Mal eine Petition im Internet unterzeichnen, ja ok. Die Handvoll Leute die demonstrieren geht, wenn ihnen was nicht passt, die machens richtig.
Naja. Interessant wie ich mal wieder thematisch abgewichen bin.
So, jetzt beschimpft mich. Nennt mich ein intolerantes Arschloch. Vielleicht habt ihr ja recht. Aber ich steh dazu.
Das Dschungel-Camp
Nein, natürlich schreibe ich hier jetzt nichts über die Show. Denn ich habe sie nicht gesehen, also kann ich darüber gar nichts sagen.
Was mir nur auffällt ist, dass die Berichterstattung eindeutig überdimensioniert ist. In 3 von meinem 5 täglichen Newsfeeds taucht regelmäßig (!) ein Artikel über diese Show auf. Natürlich immer mit dem forcierten Subtext, dass die Show ja doch abstoßend und ekelerregend und eigentlich nicht schauenswert sei. Jedem sollte dabei ja klar sein, dass, um einen Artikel darüber zu schreiben und genau beschreiben zu können, was denn gestern abend da passiert ist, man die Serie gesehen haben muss.
Und es nervt irgendwie. Dieses geheuchleriche Kritisieren, dass jedoch so aufgesetzt wirkt. Der Stern macht das, der Spiegel macht das, die Welt macht das, die FAZ macht das. Muss das denn wirklich sein?
Ein Leser hat als Kommentar beim Stern geschrieben: "OK, es gibt auch andere Zeitungen mit Nachrichten. Danke, das gibt mal eine Weile Stern-Entzug."
Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen. Aber ich bin zu faul. Immerhin kann ich ja auch einfach alle Artikel in deren Titel irgendwas Dschungelmäßiges vorkommt überlesen.
Einzig die FAZ schafft es, diesen Widerspruch in der Berichterstattung aufzudecken und darüber zu berichten.
Mannomann... Die Gesellschaft geht den Bach runter.
Von wegen Angebot und Nachfrage... Die Leute interessiert das ja.
Rock ‘n’ Roll. Blog ‘n’ Roll.
Ihr habt vielleicht davon gehört, bei eBay wurde gestern abend das Basic Thinking Blog verkauft, für 46.902 € und zwar an den deutschen Webhosting-Anbieter serverloft. Ne ganze Menge Geld dafür, dass wenn man überlegt, der materielle Wert sich eindeutig in Grenzen hält. Interessant was bloß für den Bekanntheitsgrad so über den Tisch kommt.
Jedenfalls hat der Ex-Basic Thinking-Blogger (Robert Basic) ein Chat-Interview mit der tagesschau geführt, in dem er einige wichtige Fragen zum Wesen von Blogs, ihrem Wirken durch und auf die Gesellschaft und und ihrer Zukunft beantwortet.
Ich dachte, das könnte vielleicht interessant sein für alle, die mit dem Medium Blog noch ein paar Verständnis-"Schwierigkeiten" haben.
Lest hier: Robert Basic im tagesschau-Chat
Leere Versprechungen
tagesschau.de schreibt über die Computerausfälle bei der Bahn, dass ein Sprecher wohl sagte, dass man zwar noch nicht wisse was die Ursache für die Störung war, jedoch ausschließe, "dass sich die Probleme wiederholen könnte[n]".
Nun. Jedem dürfte klar sein, dass das ein voll und ganz leeres Versprechen ist. So wie es sie in letzter Zeit immer häufiger gibt. In der Werbung, im Wahlkampf, usw... Das Schlimmere an der ganzen Sache sind zwar die Leute, die das alles bereitwillig glauben, aber die können ja auch nichts dafür, man kann schließlich nicht jeden Scheiß hinterfragen und manche Dinge sind einfach so schön die will man dann tatsächlich glauben.
Nur leider macht das Leben ja nicht immer nur das was man will, nicht wahr!
Jedes System, bestehe es aus Menschen und/oder Technischen Geräten kann ausfallen. Und selbst wenn man sich für die Zukunft vor genau diesem Problem, das jetzt aufgetreten ist, schützen kann wird es irgendwann ein anderes geben, an das nicht gedacht wurde. Und eigentlich sollte das jedem vernünftig denkenden Menschen klar sein und deshalb sollte er nicht von Menschen und Maschinen ständig 100%-ige Leistungsfähigkeit erwarten.
Das geht nicht. Kann nicht gehen.
Und es ist ja klar, dass diese Art von Erwartung wieder zu Enttäuschung führt. Es ist eine Erwartung des unerfüllbaren Typs. Um sich vor solchen Enttäuschungen wie einem für zwei Tage ausgefallenen Telefonanschluss oder einem kaputten Fahrkartenautomaten zu schützen, sollte man einfach nicht erwarten, dass es alles immer klappen würde. Tut es nämlich nicht.
Zumal man ja meistens dann selbst zu faul ist, etwas dagegen zu machen. Schließlich fallen die meisten technischen Probleme nicht direkt in den eigenen Verantwortungsbereich, sondern es gibt andere Leute die das reparieren sollen. Deshalb kann man sich ja schön darüber aufregen, wenn etwas nicht funktioniert.
Die Antibabypille und der Mann
So, zur Abwechslung mal ein wissenschaftlicher Eintrag!
Auf den mich kurioserweise der Vatikan gebracht hat!
Und zwar aufgrund dieser Meldung bei SPIEGEL ONLINE: Vatikantheorie - Was Männer steril macht.

Um was gehts? Prinzipiell um die allgemein bekannte Tatsache, dass künstliche Estrogene, wie sie in der Antibabypille vorkommen, durch den Urin ausgeschieden werden und von unseren heutigen Kläranlagen nicht beseitigt werden können. Dadurch gelangen sie, logischerweise in den natürlichen Wasserkreislauf. Dass diese unnatürliche erhöhte Estrogenkonzentration in natürlichen Gewässern Auswirkungen auf Fische hat (männliche Fische bilden Proteine zur Eibildung, haben eine verzögerte Entwicklung und produzieren im schlimmsten Fall sogar wirklich Eizellen), ist in einer Studie des Freshwater Institute, Fisheries and Oceans Canada 2001 bereits nachgewiesen worden. Und der Vatikan behauptet jetzt, er habe ausreichende Daten, um nachzuweisen, dass diese steigende Zahl an Estrogenen im Wasser, die natürlich dann über das Grundwasser auch ins Trinkwasser gelangen, Ursache für sinkende Spermienzahl bei Männern heutzutage ist.
Und, so leid es mir tut, ich muss dem Vatikan da teilweise zustimmen, aus biologisch wissenschaftlicher Sicht ist das vollkommen logisch: Dass die Estrogene ins Trinkwasser gelangen, und dass sie dann in irgendeiner Art Auswirkungen auf den Mann (und auf die Frau natürlich auch) ist klar, immerhin sind sie das wichtigste weibliche Sexualhormon, das auch bei der Embryonalentwicklung des Mannes bereits eine Rolle spielt.
Ich möchte jedoch ergänzen, dass ich glaube, dass das allerdings nicht der einzige Grund für die abnehmende Spermienzahl ist, sondern dass auch hier sicherlich der veränderte Lebenswandel der heutigen Gesellschaft (erhöhter körperlicher Stress durch unnatürliche Verhaltensweisen: Schlafverhalten, Konsum [Nahrung, Drogen, ...], ...) eine mehr oder weniger große Rolle spielt.
Und natürlich würde ich, im Gegensatz zum Vatikan, deswegen auf keinen Fall behaupten, dass die Pille Teufelswerk sei und dass man sie aufgrund dieser Auswirkungen nicht nehmen sollte, dazu bietet uns die Pille doch einfach zu große Vorteile, was sicher jeder bestätigen kann und ich denke die Lösung dieses Problems liegt näher als man denkt, um die unerwünschten Nebenwirkungen aus der Welt zu schaffen, müsste man ja nur eine Klärstufe entwickeln bzw. erweitern, die Estrogene abbauen kann. Die wissenschaftliche Studie hat schließlich auch nachgewiesen, dass Estrogene durch gewisse Bakterien abgebaut werden, die im normalen Gewässerboden vorkommen. Also müsste nur mal jemand die Initiative ergreifen und daraus etwas entwickeln. Hat ja aber vielleicht schon jemand.
Neugierde
Also, ich will manchmal unbedingt etwas wissen. Meistens etwas das mit Personen zu tun hat, also über Jemanden, von Jemandem. Ich möchte es unbedingt erfahren, jemanden danach ausquetschen, etc...
Und dann, wenn ich es erfahren habe, muss ich meistens feststellen, dass es etwas ist, dass mich traurig macht, deprimiert, oder wütend.
Und dann denke ich mir, dass ich das eigentlich hätte vorher wissen können.
Und dann hätte ich mich einfach ein wenig beherrschen müssen, weil meistens weiß ich ja wirklich auch vorher, dass die Antwort nicht unbedingt eine sein wird, die mich glücklich macht.
Aber warum frage ich dann?
Warum will ich unbedingt Dinge wissen die... mich verletzen. Und mir stunden- oder tagelang nicht aus dem Kopf gehen und mich verfolgen? Warum?
Und noch mehr würde mich interessieren: Geht das nur mir so, oder anderen auch? Liegt es am Ende nur an meiner viel zu großen Neugierde? Oder ist es bloß wieder ein weiteres typisches Problem des Menschen?
Althausens Skiunfall
Es wird bestimmt jeder mitgekriegt haben, dass Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus am Neujahrsmorgen einen schweren Skiunfall hatte. Dort stieß er bei einer Abfahrt an einer Kreizung zweier Pisten mit eienr Frau zusammen. Althaus trug einen Helm, die Frau hingegen nicht. Beide werden relativ schnell ins Krankenhaus gebracht, die Frau jedoch stirbt leider im Rettungshubschrauber, Althaus lag bis heute, Freitag, im künstlichen Koma und wurde heute geweckt, die Ärzte sind zuversichtlich, dass er wieder voll gesund wird.
Soweit so gut, für Herrn Althaus. Tragisch für die verstorbene 41-jährige Slowakin, Mutter von vier Kindern.
Meiner Meinung nach jedoch gut und schade nicht nur aus diesem offensichtlichen Grund, dass er überlebt hat, und sie nicht (inwieweit sie selbst nachlässig gehandelt hat indem sie ohne Helm unterwegs war, möchte ich nicht beurteilen), sondern mich irritiert, dass ich seit drei Tagen in meinen Nachrichten-Feeds immer wieder über Herrn Althausens Gesundheitszustand höre, und zwar gefühlte zwei Meldungen pro Tag. Über die Frau hört man nichts. Vielmehr, in jeder Meldung wird sie mit einem, vielleicht auch mit zwei Sätzen erwähnt. Einzig die taz widmet ihr ein paar mehr Zeilen und geht ein wenig auf sie als Person ein, schildert ihre Lebensumstände ein wenig genauer.
"Politiker reagieren betroffen" und natürlich drücken sie auch, politisch korrekt, ihr Mitgefühl der Familie der verstorbenen Frau aus. Toll.
Herr Althaus weiß noch nicht, dass die Frau, mit der er seinen Unfall hatte, gestorben ist. Ich bin gespannt, wie er reagiert.
Wie konnte es dazu kommen? fragt die FAZ
Ich bin aber auch gespannt, was die Polizei bei ihren Ermittlungen zum Unfallhergang ermitteln will. Frage ich mich allgemein öfter. Beide waren, aufgrund ihrer Erfahrung ein wenig zu schnell unterwegs, okay, das ist nichts schlimmes, das macht jeder mal, Alkohol im Blut hatten sie auch nicht und an einer Kreuzung, an der, wie auf Skipisten üblich nicht "Rechts vor Links" gilt, konnten sie dann natürlich beide nicht mehr schnell genug bremen oder ausweichen. Was will man da noch groß ermitteln? Ich finde, dieser Unfallhergang reicht vollkommen aus. Es war ein Unfall.
Es gibt noch mehr genaue Definitionen... Bergunfall, Sportunfall, Verkehsunfall,...
Aber mir geht es nicht um den Unfall an sich. Sowas passiert. "Sport ist Mord!", das weiß jeder.
Mir geht es nur um die polarisierte Berichterstattung, die es darüber gibt. Dass man immer nur die Schlagzeilen über den Politiker liest. Natürlich, er ist ja auch eine "berühmte Person des öffentlichen Lebens". Und außerdem (!) ist ja dieses Jahr das "große Wahlkampfjahr"! Und natürlich bringt der Unfall enorm viele Sympathiepunkte! Prima, also macht die CDU dieses Jahr Wahlkampf, für den ein Mensch gestorben ist.
Einzig die taz scheint das auch zu bemerken und gönnt der verstorbenen Beata Ch. ein paar mehr Zeilen und schreibt auch in ihrer Schlagzeile "[...] Der politische Patient".
Ich finde das nicht gut. Wie seht ihr das?
Langeweile
Jetzt sitze ich schon seit zwei Stunden hier und langweile mich mehr oder weniger doll.
Mein Zimmer sieht aus als hätt ne Bombe eingeschlagen, ich hab noch kein Stück fürs Abi gemacht, meine Schulsachen liegen noch da wie ich sie hingeknallt hab als ich Freitags aus der Schule kam, da sind haufenweise Bücher zu lesen. Ich langweile mich ja nicht, weil ich nichts zu tun hätte... Ich hab nur einfach keine Lust dazu, irgendwas zu machen.
Und das nervt mich. Macht mich unzufrieden und angepisst.
Prima, oder?
Anstatt dass ich dann einfach mal das alles mache, was ich tun könnte, wo ich ja zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen würde, oder zur Not auch einfach ins Bett gehe, nein, ich sitze lieber hier und ärger mich darüber dass mir langweilig is...
Mal wieder voll die Aufschiebetaktik... Es kotzt mich an...
Ich mein, im Prinzip geht es ja nur dadrum, den angemessenen Kompromiss zu finden, zwischen was ich will und was ich muss... (Und wenn man den findet sollte man doch eigentlich dann auch zufrieden und glücklich sein...)
Weil, wenn man nur tut was man will, hat man immer im Hinterkopf die ganzen Dinge schweben, die man noch machen muss... Und umgekehrt genauso, wenn man das tut was man muss, denkt man immer darüber nach, was man alles könnte.
Ich weiß nich was ich machen soll... Ich mein für heute, OK, wahrscheinlich geh ich einfach schlafen. Aber allgemein. Mir gehts ja meistens so! Immer, eigentlich...
Sarah Palin ist Oma!!!
Soooo!
Jetzt isses endlich so weit!
Vereinigte Staaten: Sarah Palin ist Oma - FAZ.NET
und
Sarah Palin: 44 und schon Oma - stern.de
Ich finde das besser so... Die Frau sollte sich lieber in ihrem Hinterwäldlerstaat, von dem sie ja Russland sehen kann, ihrer Familie widmen, und dort im Stil von "Who's naylin Palin" noch ein paar Kinderchen machen und Enkelchen machen lassen, jetzt wo die Tochter ja auf den Geschmack gekommen ist, anstatt Politik mit globalen Folgen zu machen... Jawoll!
Das Kind, welches übrigens ein Junge ist, heißt "Tripp Easton Mitchell Johnston"... Auch dazu muss man nich unbedingt was sagen...
Wer sich die Mühe gemacht hat, und BEIDE Online-Artikel gelesen hat, wird lustigerweise feststellen, dass beide sich relativ ähnlich sind. Hier und da ein Wort vertauscht aber die Struktur, das Bild und der Inhalt... Gleich.
Jaja... Die Amis, die Politik und die Frauen... Kann ja nix werden so
Biologisch Positive Energiesysteme
Biologisch Positive Energiesysteme
Oh
mein
Gott.
Sebastian hat mich grade auf diese Seite gebracht.
Unglaublich.
Wer mal eine Minute hat, sollte sich mal unbedingt die Produkte angucken... Und ein wenig in den Beschreibungen lesen... Und auf jeden Fall, nicht vergessen, den Bildschirmreiniger zu benutzen! Gibts unter dem Menüpunkt "Kostenlos". Auch intressant, da mal kurz einen Blick in den Quellcode zu werfen...
Ich zitiere nur kurz:
Wichtiger Hinweis
Alle auf unserer Homepage aufgeführten Energieprodukte und deren Wirkung ist durch keine wissenschaftliche Aussage begründet.
Darüber hinaus gibt es auch keine schulmedizinisch-wissenschaftliche Begründung für die in den Texten aufgeführten Wirkungen oder Behauptungen.
und:
Durch eine dauerhaft negative Einstellung gegenüber der Wirkungsweise unserer Produkte ist es möglich deren Funktion einzuschränken. Auf jeden Fall wird dadurch die spürbare Wirkungsweise beeinträchtigt.
Ich muss dazu nix sagen, oder?
Silvester
Mannomann!
Es kann so schwierig sein, Silvester zu planen...
Weil man muss ja schließlich genaustens beachten, wer wen lieber mag, und wer wen nicht.
Eigentlich müsste man mithilfe eines sündhaft teuren Computerprogramms eine Freundeskreisschnittmengenmatrix (Wie die Kursschnittmengenmatrix in der Schule) erstellen, am besten noch mit Online-Interface in der jeder nochmal genau seine persönlichen Feier-Vorlieben eintragen kann, und die dann die größtmöglichste Schnittmenge aus diesen Leuten berechnet, die dann zusammen Silvester feiern.
Die gewohnt ironische Konsequenz des Lebens wäre natürlich dass dabei die Planer des Ganzen selbst aus dem Raster rausfallen und bei ihrer Party nicht mitfeiern dürfen...
Aber mal im Ernst, wie kindisch ist es denn, so zickig gegenüber anderen Leuten zu sein, und so ein Geschiss zu machen. Ich mag auch manche Leute einfach weniger gut als andere und manche mag ich sogar entschieden gar nicht, aber solange ich nicht mit diesen alleine Silvester feiern muss, sondern diesen bloß in einem Raum mit diesen verbringe, geht mir das doch peripher am Arsch vorbei! Man muss doch nicht mit allen Leuten reden, bloß weil man auf einer Party ist...
Natürlich will keiner an Silvester den Beginn eines ausgewachsenen Cliquen-Kriegs erleben, aber dazu würde es ja nie im Leben kommen, da die betreffenden Personen, die am meisten zicken, dazu wiederum viel zu hintenrum sind und den Personen die sie nicht mögen vornerum tonnenweise Honig ums Maul schmieren und hinterm Rücken dann natürlich nicht Silvester feiern wollen, klar. Man kann ja nicht gegenseitig einfach übereinkommen dass man sich nicht mag, das geht ja nicht, klar. Wie rüde und unhöflich und ... ehrlich wäre es denn, wenn man einem Menschen einfach sagt, was man über ihn denkt, nein nein nein, das geht nicht....
Ich hab keine Lust mehr auf Silvester, ich hock mich mit ner Flasche Wodka in mein Zimmer und gucke Dinner for One in ner Dauerschleife, bis ich jede Minute des Films einmal im Original-Alkoholpegel des Kellners erlebt habe, Prost!

