Momoblog "Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen." (A. Einstein)

26Sep/092

Quo vadis???

tine meinte die Woche noch zu mir, ich solle doch mal wieder philosophisch bloggen... Recht hat sie... Macht ja auch mehr Spaß und hat manchmal auch einen Wert für meine Leser...
Doch wie das so ist, das kann man nicht einfach so, wenn mans will oder muss, sondern nur wenn man auch die passenden Gedanken dazu hat...
Da sprang Sebastian in die Bresche und hat mir Anlass zu mehr oder weniger intensiver Melancholie gegeben: Nämlich einen SchulSPIEGEL-Artikel über ein Buch über UNS, über Abiturienten in der harten Zeit des Umbruchs (lesenswert, alle 4 Seiten).

Das Motto ist: "Sie wissen, dass es nicht leichter wird, aber auch nicht so schlimm, dass man nicht einen lässigen Spruch drüber machen könnte."

Nun gut, eigentlich ist diese Zeit inzwischen schon fast wieder vorbei, zumindest bei den meisten; manche kennen das Gefühl der Großen Auszeit nach dem Abitur aber auch gar nicht (-> Arthur, mein Beileid ;) ). Doch eigentlich ist es ja auch melancholischer, sich an diese Zeit zurückzuerinnern! Denn jetzt, zum baldigen Beginn des Wintersemesters, wo jeder weiß, dass jetzt der "Ernst des Lebens" losgeht, da wünscht man sich diese Zeit wieder zurück! Die Zeit in der man vor sich selbst rechtfertigen konnte, nichts zu tun. Auch wenn man im Hinterkopf ständig die - von Eltern, Lehrern, etc... eingeredeten - Zukunftsgedanken hatte (Was? Wo? und Wie???).

Aber - geht wirklich mit dem Studium der "Ernst des Lebens" los? Ändert sich wirklich alles? Gut, viele werden umziehen, das ist eine Umstellung; manche freuen sich darauf, manche fürchten sich davor.
Aber ist etwas groß anders daran, jeden Morgen (etwas später als früher) loszutappen (zur Uni), um sich in einem zu kleinen Raum (nein, das heißt jetzt Hörsaal) mit 26 (jetzt viele mehr) mehr oder weniger Gleichaltrigen stundenlang (nicht mehr maximal 45 Minuten am Stück) trockenen Frontalunterricht (=Vorlesung) anzuhören; (in Arbeitsgruppen) blöde Fragen zu stellen, gemeinsam zu lernen und Aufgaben abzuschreiben; zu Hause dann zu lernen, vielleicht ein wenig Jobben, abends irgendwo (in die coole Studentenkneipe) einen trinken gehn und am nächsten Morgen wieder das gleiche.
Ist (abgesehen davon, dass die Lernthemen schwieriger werden, weil sie die Fortsetzung der Themen aus der Schule sind) da irgendein großer Unterschied dabei, im Vergleich zum Schülerleben?

Also wenn ihr mich fragt, ich halte die Unterschiede alle für gering, im großen und Ganzen bleibt es dasselbe. Vom Prinzip her. Objektiv gesehen. Eigentlich.

Doch natürlich kann man das eigene Studium nicht einfach objektiv sehen, das wär ja noch schöner. Das kann man vielleicht bei anderen, aber nicht bei sich selbst. Das war ja immer schon einfacher, andere zu beobachten. Die eigene Situation ist dann wiederrum viel zu emotional überlagert, da macht man sich schonmal Gedanken...

Für mich selbst bin ich ja gespant... Es liegt ja auf der Hand, dass ein Fernstudium durchaus ein wenig anders ist. Da entfällt nämlich das 'zur Uni gehen und Vorlesungen hören', denn ich darf das alles lesen! Zwei dicke Briefsendungen von der FernUni Hagen kamen schon - es wird Zeit dass ich anfange mich damit zu beschäftigen! Denn was der Moritz jetzt wirklich auf jeden Fall als erstes Mal lernen muss, ist Selbstdisziplin! Und auch wenn Simone Beisiegel sagt, ich solle die Disziplin vergessen und einfach tun, auf was ich Lust hab, dann ist das zwar eine gute Methode, glücklicher zu leben und weniger Stress zu haben, aber nicht die Beste, um ein Semester Fernstudium erfolgreich abzuschließen. Leider!

PS: Ich weiß, dass eigentlich in Wirklichkeit nur wenige Leute aus meinem Freundeskreis wirklich jetzt anfangen zu studieren... Aber ich fand es unpassend das jetzt so einzuschränken. Denn auch wer jetzt noch ein Jahr nach Chile geht, oder hier zu Hause Zivildienst macht, oder oder oder, der wird eines Tages noch anfangen zu studieren. Und dann wird auch er auf diese Zeit zurückgucken und sich seine Gedanken dazu machen... Glaube ich.

16Mrz/094

Meine Meinung zum Amoklauf [Updated]

Wie ja inzwischen bekannt sein dürfte, hat Tim K., der Amokläufer von Winnenden seine Tat vorher nicht im Internet angekündigt! Es handelt sich dabei um einen Fake-Screenshot, der von einem Düsseldorfer erstellt wurde, den Nils im IRC interviewt hat. (Das ist Journalismus! Danke Nils!) Durchaus Lesenswert!

Update: Über Tim erreichte mich grade ein interessanter/lustiger/trauriger Blogeintrag von Hanno Zulla aus Hamburg: Guten Abend, meine Damen und Herren, Sie sehen die Abendnachrichten. Besonders lesenswert ist der (einzige) Kommentar und die Links darin.

Was wollte ich sonst noch dazu loswerden?

Achso, ja, natürlich hat der Amokläufer "Killerspiele" auf seinem Rechner gehabt, berichtete die Presse vergangene Woche. Nun, das freut mich aber jetzt für all die ahnungslosen Politiker und Meinungsmacher, dass sie damit wieder mal die bösen Computerspiele haben, die Schuld sein können. Die Tatsache, dass Tim K.s Tat bestimmt keine ausschließliche Reaktion auf unreifen, übermäßigen Genuss von First-Person-Shootern (wie "Killerspiele" im Fachjargon heißen) kann man dabei ja unter den Tisch kehren, weil dann würde es ja kompliziert werden. (siehe hier bei heise)

Vereinzelte Medien versuchen zu bemerken, dass zwar bisher (fast) jeder Amokläufer solche Spiele gespielt hat, aber noch lange nicht jeder Counter-Strike-Spieler ein Amokläufer ist! ("Killerspiele schuld an Amoklauf?" - Pro-Kontra-Argumentation der taz). Immerhin hat praktisch jeder meiner gleichaltrigen Bekannten (mich eingeschlossen) Counter-Strike und/oder weitere Spiele dieser Gattung auf seinem Rechner und obwohl die Phase, in der das Spiel exzessiv bei LAN-Party gezockt wurde vorbei ist, hat man ab und zu einfach nochmal Lust darauf und rettet ein paar Geiseln oder entschärft Bomben.

Die wirkliche Ursache für Tim K.s "Verzweiflungstat" liegt wohl eher in unserer Gesellschaft. Enbert Alstein schreibt als Kommentar zum taz-Artikel:

"Ursachen sind hier: Soziale Kälte (schon in den Familien, bis hin zu den Prinzipien im Beruf (Konkurrenzkampf), die auch an den Schulen und im sonstigen Leben, schon von Kindern und Jugendlichen schon als "heimliche Lehrpläne" präsent sind. Die Faktoren sind interdependent."

Und dem kann ich nur zustimmen, manchmal geht es mir so ähnlich. Dann überlege ich über meine Zukunft: Beruf, Leben, Kinder, ... und muss entsetzt feststellen, dass ich wirklich keine Lust habe, in einer solchen Welt, wie sie heutzutage aussieht zu leben und Kinder groß zu ziehen! Mit einem Beruf, für den ich meine Prinzipien verraten muss, und dann in einem sozialen Familienunternehmeneiner globalen Aktiengesellschaft indirekt die asoziale Martkwirtschaft unterstütze und meine Kinder von PädagogenLeuten unterrichtet werden, die ihren Beruf aus Verzweiflung ergriffen haben und mit Kindern gar nicht klar kommen. Diese Vorstellung ängstigt mich und ich hoffe einfach, dass sich einerseits Dinge ändern werden und ich vielleicht die Möglichkeiten sehe, die Welt wenigstens für mich erträglich zu machen.

Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die PolitikerLeute die am Drücker sitzen erkennen, dass die Ursache für all die Dinge wie Amokläufe oder bespitzelnde, überbezahlte Manager oder ähnliches  nicht in einer materiellen Ursache wie Computerspielen liegen, sondern in grundsätzlichen "Charakterzügen" unserer heutigen Gesellschaft. Natürlich ist es wesentlich schwieriger dort etwas zu ändern, aber es ist die einzige Lösung aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Jeder einzelne muss sich überlegen, in wie weit sein Verhalten Ausdruck einer falschen/schlechten gesellschaftlichen Norm ist, und versuchen sich dagegen zu verhalten. Wenn das jeder mit der entsprechenden Selbstreflexion tun würde, wäre unsere Welt bestimmt ein großes Stück freundlicher und angenehmer. Aber so lange nur vereinzelte Denker so Denken und etwas an ihrem Verhalten ändern, und das keine Kreise ziehen kann, wird sich wenig ändern.

5Mrz/093

Böse Musik

Jeder verbindet mit Musik Erinnerungen. Oder?

Die meisten dieser Erinnerungen machen mich traurig, wenn ich Musik höre, die ich in einer bestimmten "Phase" mal intensiver gehört habe. Entweder weil es wirklich damals etwas trauriges war, oder (und das kommt wohl häufiger vor) weil es damals schön war und jetzt nicht mehr so ist. Das heißt ja nicht, dass jetzt nichts mehr schönes wäre, aber ich werde jedes Mal sentimental und ein wenig (mehr) traurig, wenn ich mich gewollt oder ungewollt durch Musik an Dinge erinnere.

Vor drei Wochen am Konfiwochenende hab ich mit meinem iPod Musik gehört. Und dabei habe ich emotional mehr oder weniger vier Jahre meines Lebens abgeklappert. Und so viel gefühlsstarke Erinnerungen auf einmal, das haut schon rein...

Jetzt grade habe ich den Fehler gemacht, nach nem Bierchen durch meine Winamp-Musiksammlung zu klicken. Böse Sache...

Danke an alle Leute die dabei waren... Bei meinen Erinnerungen...

1Feb/092

Zukunfts-Gedanken

Meine Kinder sollen sich zu Hause wohl fühlen und kein Problem damit haben, Kumpels und Kumpelinen mitzubringen. Auch zum Übernachten.

Und wenn die Kinder alt genug sind, sollen sie kein Problem damit haben, den Freund oder die Freundin mitzubringen. Man muss das ja keine große Sache draus machen. Das ist vermutlich das was viele Eltern daraus machen. Aber wenn man als Eltern den Freund/die Freundin am Anfang wie ein normales Kumpelkind behandelt, macht man allen Beteiligten den Einstieg einfacher, denk ich.

Ich möchte in meinem Haus/meiner Wohnung so frühstücken können, wie ich aus dem Bett falle. In T-Shirt und Boxershorts. Und das sollen alle Gäste auch dürfen. Ich habe damit kein Problem, in Boxershorts vor mehr oder weniger Fremden zu sitzen, seien es meine Gäste oder die meiner Kinder. Man kanns ja schließlich auch übertreiben mit der Scham.

Außerdem will ich, mein Leben auf meine Kinder ausrichten. Nicht komplett, aber im Wesentlichen sind doch die Kinder das wichtigste, oder? Also ganz einfach, z.b. dass man beim Hausbau, daran denkt, dass die Kinder irgendwann älter sind und sich ein wenig abgrenzen wollen. Wenn sie dann ein eigenes Bad haben, so wie ich, unterstüzt das diesen Prozess, aber ich denke, es mildert ihn ein wenig ab, weil sich die Kinder in ihrem eigenen Zimmer/Bereich mehr abgrenzen können und das nicht außer Haus tun müssen.

Hach... Ich hoffe ich schaffe das, mein Leben später in etwa so zu gestalten wie ich mirs vorstelle...

4Jan/092

Neugierde

Also, ich will manchmal unbedingt etwas wissen. Meistens etwas das mit Personen zu tun hat, also über Jemanden, von Jemandem. Ich möchte es unbedingt erfahren, jemanden danach ausquetschen, etc...

Und dann, wenn ich es erfahren habe, muss ich meistens feststellen, dass es etwas ist, dass mich traurig macht, deprimiert, oder wütend.
Und dann denke ich mir, dass ich das eigentlich hätte vorher wissen können.
Und dann hätte ich mich einfach ein wenig beherrschen müssen, weil meistens weiß ich ja wirklich auch vorher, dass die Antwort nicht unbedingt eine sein wird, die mich glücklich macht.

Aber warum frage ich dann?

Warum will ich unbedingt Dinge wissen die... mich verletzen. Und mir stunden- oder tagelang nicht aus dem Kopf gehen und mich verfolgen? Warum?

Und noch mehr würde mich interessieren: Geht das nur mir so, oder anderen auch? Liegt es am Ende nur an meiner viel zu großen Neugierde? Oder ist es bloß wieder ein weiteres typisches Problem des Menschen?

2Jan/090

Langeweile

Jetzt sitze ich schon seit zwei Stunden hier und langweile mich mehr oder weniger doll.

Mein Zimmer sieht aus als hätt ne Bombe eingeschlagen, ich hab noch kein Stück fürs Abi gemacht, meine Schulsachen liegen noch da wie ich sie hingeknallt hab als ich Freitags aus der Schule kam, da sind haufenweise Bücher zu lesen. Ich langweile mich ja nicht, weil ich nichts zu tun hätte... Ich hab nur einfach keine Lust dazu, irgendwas zu machen.

Und das nervt mich. Macht mich unzufrieden und angepisst.

Prima, oder?

Anstatt dass ich dann einfach mal das alles mache, was ich tun könnte, wo ich ja zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen würde, oder zur Not auch einfach ins Bett gehe, nein, ich sitze lieber hier und ärger mich darüber dass mir langweilig is...

Mal wieder voll die Aufschiebetaktik... Es kotzt mich an...

Ich mein, im Prinzip geht es ja nur dadrum, den angemessenen Kompromiss zu finden, zwischen was ich will und was ich muss... (Und wenn man den findet sollte man doch eigentlich dann auch zufrieden und glücklich sein...)

Weil, wenn man nur tut was man will, hat man immer im Hinterkopf die ganzen Dinge schweben, die man noch machen muss... Und umgekehrt genauso, wenn man das tut was man muss, denkt man immer darüber nach, was man alles könnte.

Ich weiß nich was ich machen soll... Ich mein für heute, OK, wahrscheinlich geh ich einfach schlafen. Aber allgemein. Mir gehts ja meistens so! Immer, eigentlich...

29Dez/082

Die Einfachkeit des Seins

Ich war eben beim Jahresabschluss der Freiwilligen Feuerwehr Kirschroth! Und als wir dann nachher beim Haxen-essen waren und als so erzählt wurde, stellte ich wieder mal fest, dass die ganzen älteren, trotz Arbeit und allem von wesentlich mehr Erlebnissen zu erzählen hatten als wir...

Natürlich haben die aufgrund ihres Alters schon einen enormen Vorsprung, aber aus ihren Erzählungen hört man auch immer heraus, dass sie in unserem Alter auch schon diverse "Dinger gedreht haben", wo wir absolut nix gegen halten können.

Und da stellt sich doch natürlich die Frage, inwiefern denn eine Veränderung zu früher stattgefunden hat... Also, hatten die damals einfach mehr "Aktionen", an die es ich zu erinnern lohnt, und warum?!

Nun, ich persönlich denke, Ja, speziell die Kirschrother Jugend hatte mehr solcher Erlebnisse, und zwar weil, es einerseits die Gegebenheiten besser ermöglicht habe, und zum anderen spielt durchaus auch das Bildungsniveau dabei eine Rolle! Denn ich stehe fest zu meiner Meinung, dass Gymnasiasten sich wesentlich mehr Gedanken über ihre Zukunft machen als Schüler von Real- und Hauptschulen. Und das setzt sich ein ganzes Leben lang fort. Natürlich ist die Einteilung nach Gymnasium und anderen Schulen nur eine sehr grobe und oberflächliche, jedoch historisch eigentlich so gewachsene, neuerdings aber über den Haufen geworfene... Aber ich finde sie eigentlich gut. Ich finde, das Abitur (als allgemein Hochschulreife) sollte nur bekommen wer dessen Bedingungen (gemessen am gesunden Menschenverstand eines halbwegs Intellektuellen) enstpricht.

Ich merke... Ich weiche schon wieder fundametal vom Originalen Thema ab! Ursprünglich ging es ja um, bei Michi schon beschriebene, Einfachheit des Denkens und er damit einhergehenden Einfachkeit des Freuens...

Irgendetwas hindert uns Gymnasiasten, beziehungsweise die Angehörigen meines Umfeldes daran, einfach ihre Gedanken abzuschalten und sich an den kleinen Dingen zu erfreuen! Bzw. sich einfach gehn zu lassen und exzesiive Sauferlebnisse zu erleben, von denen man nachher (vielleicht nich unbedingt nach eigener Erfahrung, aber wenigstens nach Bericht) erzählen kann! Und in gewisser Weise auch stolz darauf sein kann, weil man es überlebt hat, usw....

20Dez/083

Verliebtsein

Verliebe ich mich in Leute, mit denen ich viel zu tun habe?

Oder habe ich viel mit Leuten zu tun, in die ich mich verliebt habe?

Und warum eigentlich immer in die falschen?

20Dez/081

Aufschiebetaktik

Manchmal, da hat man viele Dinge zu tun. Die haben sich angesammelt, über Wochen, Tage, Monate. Meistens sind es alles irgendwelche Aufgaben, die man in ein paar Minuten erledigt hätte, wenn man sich nur mal dazu aufrappeln könnte. Oder man kann sie (weil es inzwischen so viele geworden sind) intelligent aneinander reihen, so dass man mindestens die Hälfte davon am Stück in Windeseile erledigen könnte.
Und das weiß man! Und trotzdem macht mans nicht!

Obwohl man weiß, dass es eine kurze, schmerzlose Sache sein könnte, wenn man es denn mal tun würde, kann man sich einfach nicht dazu aufrappeln es einfach mal zu machen!

Geht einfach nicht. Keine Lust. Keine "Zeit". Man hat einfach eine totale emotionale Blockade, in einen kurzen Schub von Tatendrang zu verfallen, und da macht man dann lieber was anderes. Musik hören, Chatten, Bloggen, ... Anstatt einfach schnell das zu erledigen, was man sich wahrscheinlich sogar schon aufgeschrieben hat lenkt man sich lieber ab...

Paradox der Mensch... Verdammt.


Edit (21.12.08 16:52): Ich sah gerade, dass De Jannis fünf Tage vor mir ähnliche Gedanken hatte... Macht aber ja nix.

20Dez/082

Deprimierendes Fremderinnern

Ich frage: Bin ich merkwürdig, wenn mich die Erinnerungen anderer Leute deprimieren?

Ich meine das genauso wie ichs schreibe. Das geht los bei Urlaubserzählungen/-fotos. Hör/Guck ich mir nicht gerne an... Oder auch allgemein bei Fotos von anderen Leuten, die bei anderen Gelegenheiten andere Dinge gemacht haben. Oder Erzählungen von anderen Leuten, die mit anderen Leuten andere Dinge gemacht haben.
Meistens deprimiert mich das. Macht mich traurig. Hinterlässt ein Gefühl von Leere, von nicht-dabei-gewesen-sein. Und das sogar bei Leuten, die ich gar nicht kenne, mit denen ich gar nichts zu tun habe!!!

Ich fürchte, die genaue psychologische Analyse läuft einfach auf puren Neid heraus. Neid auf alles und immer, wenn ich nicht dabei war...
Ja, ich weiß, dass das nicht unbedingt gut ist, sondern eher destruktiv, aber was soll ich denn machen? Außer es für mich behalten...

15Dez/087

Silvester

Mannomann!
Es kann so schwierig sein, Silvester zu planen...

Weil man muss ja schließlich genaustens beachten, wer wen lieber mag, und wer wen nicht.
Eigentlich müsste man mithilfe eines sündhaft teuren Computerprogramms eine Freundeskreisschnittmengenmatrix (Wie die Kursschnittmengenmatrix in der Schule) erstellen, am besten noch mit Online-Interface in der jeder nochmal genau seine persönlichen Feier-Vorlieben eintragen kann, und die dann die größtmöglichste Schnittmenge aus diesen Leuten berechnet, die dann zusammen Silvester feiern.

Die gewohnt ironische Konsequenz des Lebens wäre natürlich dass dabei die Planer des Ganzen selbst aus dem Raster rausfallen und bei ihrer Party nicht mitfeiern dürfen...

Aber mal im Ernst, wie kindisch ist es denn, so zickig gegenüber anderen Leuten zu sein, und so ein Geschiss zu machen. Ich mag auch manche Leute einfach weniger gut als andere und manche mag ich sogar entschieden gar nicht, aber solange ich nicht mit diesen alleine Silvester feiern muss, sondern diesen bloß in einem Raum mit diesen verbringe, geht mir das doch peripher am Arsch vorbei! Man muss doch nicht mit allen Leuten reden, bloß weil man auf einer Party ist...

Natürlich will keiner an Silvester den Beginn eines ausgewachsenen Cliquen-Kriegs erleben, aber dazu würde es ja nie im Leben kommen, da die betreffenden Personen, die am meisten zicken, dazu wiederum viel zu hintenrum sind und den Personen die sie nicht mögen vornerum tonnenweise Honig ums Maul schmieren und hinterm Rücken dann natürlich nicht Silvester feiern wollen, klar. Man kann ja nicht gegenseitig einfach übereinkommen dass man sich nicht mag, das geht ja nicht, klar. Wie rüde und unhöflich und ... ehrlich wäre es denn, wenn man einem Menschen einfach sagt, was man über ihn denkt, nein nein nein, das geht nicht....

Ich hab keine Lust mehr auf Silvester, ich hock mich mit ner Flasche Wodka in mein Zimmer und gucke Dinner for One in ner Dauerschleife, bis ich jede Minute des Films einmal im Original-Alkoholpegel des Kellners erlebt habe, Prost!

Sekt prickelt in Bauchnabel

14Dez/081

Extemporale

Manche Leute, in Deutschland, nennen unangekündigte Tests (was übrigens meiner Meinung nach die neutralste, modernste und allgemeinste Beschreibung ist) 'Extemporalen' (was meiner Meinung nach die antiquitierteste, unverständlichste und verwirrendste Bezeichnung ist - umgangssprachlich übrigens 'Ex' genannt.).

Selbstverständlich gibt es auch noch dutzende andere (dubios unästhetische) Namen dafür.
HÜ (Hausaufgabenüberprüfung), wie hier, in einem Teil RLPs.
KK (Kurzkontrolle), in Teilen Sachsen-Anhalts.
LK (Leistungskontrolle oder Lernzielkontrolle).
Stegreifaufgabe, in Bayern.
Kurzüberprüfung,
Kurzarbeit.

Diese ganze Angelegenheit schlicht und einfach 'Test' zu nennen, wäre wohl zu einfach, was?

7Dez/081

Mein SMS-Verhalten

Ich stellte grade fest:
Ich schreibe lieber SMS, während ich zu Hause an meinem Schreibtisch sitze, oder mal wenn ich mich in der Schule langweile, aber weitaus weniger häufig wenn ich irgendwo anders bin. Also z.B. auf ner Party oder irgendwo zu Besuch!

Wodran liegt das wohl?

Ich meine, an sich macht es wenig Sinn, weil wenn ich zu Hause sitze, könnte ich eigentlich auch eMailen, chatten oder anrufen. Aber nein, ich gebe dann offensichtlich manchmal lieber (mein) Geld aus. Merkwürdig. Und wenn ich unterwegs bin, da wo einem das Handy überhaupt etwas bringt, da benutze ich es nicht für die Zwecke für die es gut geeignet ist. Also, nicht generell nicht, aber häufig.
Man könnte es ja erklären, weil es ist ja unhöflich einfach so zu smsen, wenn man irgendwo zu Besuch ist, und auf einer Party ist immer so viel los, da finde ich nicht die nötige Ruhe, mich auf ne SMS zu konzentrieren. Und vielleicht habe ich dann "Angst", während ich mich mit Leuten befasse, die woanders sind, bei den Leuten die dann gerade da sind, auf der Party, etwas zu verpassen. Ich habe Verlustängste, vielleicht. Angst den Anschluss zu verlieren. Nur weil ich eine SMS schreibe... Merkwürdig!

Ich denke, das ist ein unsinnvolles Verhalten, ich sollte das zu ändern versuchen...

Oder hat jemand noch eine andere Theorie, warum das so sein könnte? Weil zu verstehen wie es zustande kommt, hilft sicher etwas dagegen zu tun...

6Dez/082

Niveau ist keine Handcreme…

Liegt das Problem der mangelnden Partyfähigkeit vielleicht am Niveau?

Liegt es vielleicht daran, dass es so scheint, als könne man exzessiven Alkoholgenuss und gehobenes Niveau nicht miteinander verbinden??? Wenn das so ist, also dagegen möchte ich protestieren! Es ist ja wohl ein einfacher Fakt, dass viele große Denker durchaus dem Alkoholgenuß fröhnten... Goethe, der jeden Tag eine oder zwei Flaschen Wein trank, eine ganze Generation von Dichtern die sich mit Absinth Inspiration zu holen suchten usw... Und ich, der hier bereits mit Finger-Koordinationsschwierigkeiten einen philosophischen Text verfasst.

Rotwein

Können wir uns nicht einfach mal gehen lassen, weil wir Angst haben, dabei unser Niveau zu verlieren? Bloß weil es so viele "negative Beispiele" gibt, von Leuten die betrunken rumgrölen, Schlägereien anfangen oder so...
Ich persönlich halte zum Beispiel das Trinken von Rotwein, einfach nur aufgrund der Art des Getränks, aus Gläsern für sehr stil- und niveauvoll, und dabei können sehr lustige Stimmungen erzeugen in denen Leute sehr lustige Ideen haben...

Natürlich trägt das Umfeld auch entschieden dazu bei... Man kann sich nur gehen lassen und sein abendliches Schicksal dem Alkohol überlassen, wenn man sich in guter Gesellschaft fühlt. Unter Freunden, unter Leuten, von denen man weiß, die helfen einem, falls man übertreibt, die machen sich nicht lustig, sondern mit. Und man will natürlich unter Leuten sein, mit denen einen etwas verbindet, mit denen man sich identifizieren kann, für das Sein in deren Anwesenheit man sich selbst rechtfertigen kann...

Aber wenn diese Vorraussetzungen erfüllt sind, dann sollte man doch die Freiheit besitzen, zu sagen: Ich trinke jetz Alkohol. Weil ich weiß, dass mir der veränderte Geisteszustand in dieser Situation eher Spaß als Leid bringen könnte.

Ich möchte jetzt auf keinen Fall eine Lobrede auf Alkohol halten! Es ist ja wohl klar, dass Alkohol durchaus als Droge und Suchtmittel gesehen werden kann, und dass man ihn auf jeden Fall in Maßen genießen soll! Und das Autofahren danach Tabu ist, logisch! Aber ich möchte ihn auch nicht verteufeln... In Maßen kann er durchaus jede Party, jedes Date und jede Situation aufpeppen, indem er die Denk- und Sichtweise verändert und einen auf neue Gedanken bringt, die Hemmschwelle senkt und einen gewisse Sorgen wenigstens temporär vergessen lässt...

Aber vielleicht liegt die ganze Tragik des Problems auch darin, dass es schwierig ist, glaubwürdig zu bleiben, wenn man im "Normalzustand" ein gewisses Niveau hält und dann auf Partys unter Alkohol einen dermaßen Niveauabsturz erleidet, dass das jedem Beobachter merkwürdig vorkommen muss, und darunter eben die Authentizität, die Glaubwürdigkeit, leidet...

Wie auch immer...
Ich halte mich diesbezüglich doch gerne an den alten Goethe... Wenn der trinken konnte wie ein Loch und trotzdem intelligent und kunstvoll schwafeln und schreiben konnte, warum sollten wir das nicht können?
In diesem Sinne: Prost!

2Dez/080

Rückzieher

Wer kennt es nicht, das Gefühl, etwas, das man gerade abgeschickt hat, zurückholen zu wollen! Also eine SMS, eine eMail, eine ICQ-Nachricht oder etwas das man gesagt hat...

Aber es geht nicht! Sobald man Enter gedrückt, auf Senden geklickt oder den Mund wieder zu gemacht hat, isses (r)aus.

Manchmal ist das gut... Denn es bewahrt uns davor, allzu vorsichtig und zurückhaltend zu sein und lässt uns was riskieren...

Manchmal ist das aber auch schlecht... Wenn wir dann wirklich etwas gesagt oder geschrieben haben, was wir gar nicht wollten...

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