Verliebtsein
Verliebe ich mich in Leute, mit denen ich viel zu tun habe?
Oder habe ich viel mit Leuten zu tun, in die ich mich verliebt habe?
Und warum eigentlich immer in die falschen?
Deprimierendes Fremderinnern
Ich frage: Bin ich merkwürdig, wenn mich die Erinnerungen anderer Leute deprimieren?
Ich meine das genauso wie ichs schreibe. Das geht los bei Urlaubserzählungen/-fotos. Hör/Guck ich mir nicht gerne an... Oder auch allgemein bei Fotos von anderen Leuten, die bei anderen Gelegenheiten andere Dinge gemacht haben. Oder Erzählungen von anderen Leuten, die mit anderen Leuten andere Dinge gemacht haben.
Meistens deprimiert mich das. Macht mich traurig. Hinterlässt ein Gefühl von Leere, von nicht-dabei-gewesen-sein. Und das sogar bei Leuten, die ich gar nicht kenne, mit denen ich gar nichts zu tun habe!!!
Ich fürchte, die genaue psychologische Analyse läuft einfach auf puren Neid heraus. Neid auf alles und immer, wenn ich nicht dabei war...
Ja, ich weiß, dass das nicht unbedingt gut ist, sondern eher destruktiv, aber was soll ich denn machen? Außer es für mich behalten...
Freundschaft
Freundschaft...
Was ist Freundschaft?
Sicherlich eine vielfach erörterte philosophische Grundfrage...
Und natürlich hat auch jeder seine ureigene Meinung dazu.
Doch auch die hat sich ja im Laufe der Zeit entwickelt. Und geändert, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger...
Von den frühkindlichen "Du hast mir was von deinem Pausenbrot gegeben, jetzt bist du für immer mein bester Freund"-Freundschaften in der Grundschule über die "Wir können immer über alles reden"-Freundschaften zu den "Danke, dass du mir beim Kotzen den Kopf gehalten hast"-Freundschaften beim Abitur und beim Studium.
Und dann? Wie geht es weiter, wenn die furchtbar schwierige und verändernde Pubertätszeit vorbei ist??? Wenn man "erwachsen" ist? Was sind Freunde dann?
"Understand that friends come and go, but for the precious few you should hold on. Work hard to bridge the gaps in geography and lifestyle because the older you get, the more you need the people you knew when you were young." (Baz Luhrmann - Everybody's Free (To Wear Sunscreen))
Doch woher soll man wissen wer die "precious few" sind? Wann kann man das denn wissen? Oder weiß man es nie? Ändert sich das? Oder ist es am Ende grundverkehrt sich überhaupt darüber Gedanken zu machen? Soll man einfach alles geschehen lassen, in der (begründeten) Hoffnung, dass sich durch die Eigendynamik, die allem zugrunde liegt, am Ende alles irgendwie zum Guten wendet? In wie weit darf ich mein Schicksal selbst in die Hand nehmen?
Auch die Comdian Harmonists haben mal ihren Senf dazu abgegeben:
Ein Freund, ein guter Freund,
Das ist das Schönste was es gibt auf der Welt.
Ein Freund bleibt immer Freund
Und wenn die ganze Welt zusammenfällt.
Drum sei doch nicht betrübt,
Wenn dich dein Schatz nicht mehr liebt.
Ein Freund, ein guter Freund,
Das ist das Schönste was es gibt.
Und woher kommt es dann, das man regelmäßig die Leute, die man als beste Freunde benennt, verliert? Soll das bedeuten, dass gute Freundschaft doch nicht so wichtig ist? Oder sucht sich der egoistisch denkende Mensch immer wieder die Leute als beste Freunde aus, die er gerade als Freunde braucht? Die seinen momentanten Bedürfnissen gerecht werden? Wenn zum Beispiel gerade die ganze Welt zusammenfällt, weil eine Liebschaft zu Ende ist...
Ist das nicht furchtbar egoistisch und gemein und ausnutzend dem anderen gegenüber? Natürlich. Aber macht es der andere nicht genauso?
"Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an jeden gedacht."
Und wie ist das überhaupt mit dem "gegenseitigen Leistungsausgleich" in einer Freundschaft? Dem Abwägen der Freundschaft in Sachgütern, aufgewandter Zeit und gehabtem Spaß? Ist es vertretbar, Freundschaften danach zu bewerten und zu staffeln?
Oder ist es vielleicht gerade DAS Kennzeichen von wahrer, echter Freundschaft dass sie sich um all dies keine Gedanken machen muss?
Das man sich nach einem halben Jahr Funkstille auf einmal trifft, und sich stundenlang über alles unterhalten kann, wie als hätte man nie den Kontakt verloren. Ist das das wichtigste?
Es fällt mir schwer, so einen Text zusammenhängend zu schreiben und beim Thema zu bleiben... In meinem Kopf schaukeln sich die Gedankenfetzen regelmäßig vom Stöckchen zum Steinchen hoch und bleiben nie stehen, sondern suchen immer die Verbindungen zu anderen Dingen! Und finden sie... Doch dann geht es direkt weiter, wieder zum nächsten Ankerpunkt der Gedanken. Von Freundschaft zu Liebe, zurück zu Freundschaft, zur Familie, zur Gesellschaft, zum Individuum, zur Psychologie, zur Erziehung (wieder Familie), zur Evolution, und so weiter und sofort. Und zu jeder einzelnen Gedankenstation könnte man ausführlichst alles mögliche schreiben... Wenn man denn da stehen bleiben könnte. Wenn ich mich auf einen Punkt konzentrieren könnte, ohne wieder direkt über das große Ganze nachzudenken, über die Verbindungen und Auswirkungen die es zwischen allem und jedem gibt.
Eigentlich wollte ich allgemein etwas über Freundschaften sagen... Aber mir scheint es ist ein großer Klecks Gedankenfetzen geworden... Schade.
Falls mir irgendwann klipp und klar einfällt, was genau wahre Freundschaft für mich ausmacht, werde ich versuchen es mitzuteilen... So lange werde ich diesen Gedankenmatsch in mir herumtragen, vielleicht entwickelt sich ja ursuppenmäßig etwas Interessantes daraus!
So long...
Mo
