Fernsehtipp: “Bis nichts mehr bleibt” (ARD – Mi., 31.03.)
Morgen, Mittwoch, 31.03.10, 20:15 wird in der ARD ein Spielfilm gezeigt, der (zum ersten Mal im deutschen öffentlich rechtlichen Fernsehen) das Thema Scientology kritisch behandelt.
Jetzt im Vorfeld wurde darüber schon relativ breit diskutiert (sogar in der Lokalzeitung!) und Scientology fühlt sich natürlich schlecht dargestellt und diffamiert (und kündigte deshalb eine Gegendarstellung in Eigenproduktion an [ich geh aber nich auf deren Website, deshalb kann ich nix dazu sagen]).
Was die Presse bisher allerdings über den Film schreibt ist überwiegend positiv! Der Film wird gelobt für eine eine authentische Darstellung der Vorgänge innerhalb der Sekte. Auch Frau Ursula Caberta (die ich letztens bei SternTV schon zu dem Thema gesehen habe) war als fachliche Beraterin für den Film tätig; die Frau ist die Leiterin der Hambuger Arbeitsgruppe Scientology, die Aussteigern hilft und gegen Scientology arbeitet.
Wer noch ein wenig mehr wissen will:
Sehr informativ fand ich die Artikel der Sueddeutschen Zeitung, der WELT und dem Tagesspiegel, sowie hier diese Interview mit einer Darstellerin aus dem Film.
Wirklich gar nicht informativ sondern (wie sollte es auch anders sein) beschämend zusammenkopiert ist das, was die Bild darüber sagt... Aber es würde mich wirklich ganz und gar überhaupt nicht wundern wenn die Bild zu Scientology gehört.
Ich bin sehr gespannt ob das mal wieder ein Film der Kategorie "Da hat sich die GEZ ausnahmsweise gelohnt" wird und werde ihn mir definitiv angucken! Und auch allein schon des Themas wegen würde ich jedem den Film ans Herz legen, der am Mittwoch Abend noch nichts vor hat.
PS: Besonders aufregend (auch wenn das sehr schade wäre) fänd ich ja, wenn der Film auf einmal mirnichtsdirnichts nicht gesendet wird, weil Scientology es irgendwie geschafft hat, dass die Verantwortlichen Muffensausen kriegen...
PPS: Ach ja, anscheinend hätte der Film bei Beckmann in der Sendung Thema sein sollen, nur hat das anscheinend nicht so gut geklappt, da hagelt es nur Kritik! Wer sich selbst ein Bild machen will: Playlist mit der betreffenden Beckmann-Sendung Nein, viel besser: In der ARD-Mediathek!
Anmerkung: So schlecht find ich die Beckmann-Sendung jetzt gar nicht... Kann man sich ruhig auch mal angucken.
PPPS: Heute gibt es auch bei der taz einen Artikel und ich war schockiert als ich ihn gelesen hab! Mag ja sein, dass der Film dann doch nicht so gut ist, wie die anderen Medien behaupten, aber dieser Artikel von diesem Herrn Denk liest sich eindeutig wie eine Verteidigungsschrift von Scientology! Findet ihr nicht auch? Ich hab dazu folgenden Kommentar geschrieben:
Ich weiß ja nicht, wie es den anderen Lesern dieses Schriftstückes geht, aber ich kann mich das Eindrucks nicht verwehren, dass dieser Artikel einen deutlichen Pro-Scientology-Unterton hat!Oder sehe ich das falsch?Mir fällt eigentlich kein anderer Grund ein, warum dieser Artikel sonst auf der ARD und den Produzenten rumhakt, Tom Cruise als Vorzeigescientologen dargestellt und dazu angeregt wird, sich intensiver und unvoreingenommen interessiert mit Scientology zu beschäftigen!Und ich denke jeder kann sich denken, was mit Leuten passiert, die sich unvoreingenommen mti Scientology beschäftigen! Ich denke der Film zeigt genau das, was dann passiert...Sehr geehrter Herr Denk, sind Sie Mitglied von Scientology?
Nach Zwei Uhr morgens…
"Kinder, eure Oma hat stets zu mir gesagt: Nach zwei Uhr morgens passiert nichts Gutes. Und damit hatte sie recht. Wenn der Zeiger die zwei überschreitet, geht man besser nach Hause."
"Wenn es nach zwei Uhr morgens ist, geht einfach schlafen! Denn Entscheidungen die ihr nach zwei Uhr morgens trefft sind immer falsch!"
"Wenn der Zeiger auf zwei steht, geht einfach schlafen."
- Ted Mosby - How I Met Your Mother, Staffel 1 Folge 18
Und ich glaube Teds Mutter hatte recht damit!
Das Dschungel-Camp
Nein, natürlich schreibe ich hier jetzt nichts über die Show. Denn ich habe sie nicht gesehen, also kann ich darüber gar nichts sagen.
Was mir nur auffällt ist, dass die Berichterstattung eindeutig überdimensioniert ist. In 3 von meinem 5 täglichen Newsfeeds taucht regelmäßig (!) ein Artikel über diese Show auf. Natürlich immer mit dem forcierten Subtext, dass die Show ja doch abstoßend und ekelerregend und eigentlich nicht schauenswert sei. Jedem sollte dabei ja klar sein, dass, um einen Artikel darüber zu schreiben und genau beschreiben zu können, was denn gestern abend da passiert ist, man die Serie gesehen haben muss.
Und es nervt irgendwie. Dieses geheuchleriche Kritisieren, dass jedoch so aufgesetzt wirkt. Der Stern macht das, der Spiegel macht das, die Welt macht das, die FAZ macht das. Muss das denn wirklich sein?
Ein Leser hat als Kommentar beim Stern geschrieben: "OK, es gibt auch andere Zeitungen mit Nachrichten. Danke, das gibt mal eine Weile Stern-Entzug."
Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen. Aber ich bin zu faul. Immerhin kann ich ja auch einfach alle Artikel in deren Titel irgendwas Dschungelmäßiges vorkommt überlesen.
Einzig die FAZ schafft es, diesen Widerspruch in der Berichterstattung aufzudecken und darüber zu berichten.
Mannomann... Die Gesellschaft geht den Bach runter.
Von wegen Angebot und Nachfrage... Die Leute interessiert das ja.
