Quo vadis???

tine meinte die Woche noch zu mir, ich solle doch mal wieder philosophisch bloggen… Recht hat sie… Macht ja auch mehr Spaß und hat manchmal auch einen Wert für meine Leser…
Doch wie das so ist, das kann man nicht einfach so, wenn mans will oder muss, sondern nur wenn man auch die passenden Gedanken dazu hat…
Da sprang Sebastian in die Bresche und hat mir Anlass zu mehr oder weniger intensiver Melancholie gegeben: Nämlich einen SchulSPIEGEL-Artikel über ein Buch über UNS, über Abiturienten in der harten Zeit des Umbruchs (lesenswert, alle 4 Seiten).

Das Motto ist: “Sie wissen, dass es nicht leichter wird, aber auch nicht so schlimm, dass man nicht einen lässigen Spruch drüber machen könnte.”

Nun gut, eigentlich ist diese Zeit inzwischen schon fast wieder vorbei, zumindest bei den meisten; manche kennen das Gefühl der Großen Auszeit nach dem Abitur aber auch gar nicht (-> Arthur, mein Beileid ;) ). Doch eigentlich ist es ja auch melancholischer, sich an diese Zeit zurückzuerinnern! Denn jetzt, zum baldigen Beginn des Wintersemesters, wo jeder weiß, dass jetzt der “Ernst des Lebens” losgeht, da wünscht man sich diese Zeit wieder zurück! Die Zeit in der man vor sich selbst rechtfertigen konnte, nichts zu tun. Auch wenn man im Hinterkopf ständig die – von Eltern, Lehrern, etc… eingeredeten – Zukunftsgedanken hatte (Was? Wo? und Wie???).

Aber – geht wirklich mit dem Studium der “Ernst des Lebens” los? Ändert sich wirklich alles? Gut, viele werden umziehen, das ist eine Umstellung; manche freuen sich darauf, manche fürchten sich davor.
Aber ist etwas groß anders daran, jeden Morgen (etwas später als früher) loszutappen (zur Uni), um sich in einem zu kleinen Raum (nein, das heißt jetzt Hörsaal) mit 26 (jetzt viele mehr) mehr oder weniger Gleichaltrigen stundenlang (nicht mehr maximal 45 Minuten am Stück) trockenen Frontalunterricht (=Vorlesung) anzuhören; (in Arbeitsgruppen) blöde Fragen zu stellen, gemeinsam zu lernen und Aufgaben abzuschreiben; zu Hause dann zu lernen, vielleicht ein wenig Jobben, abends irgendwo (in die coole Studentenkneipe) einen trinken gehn und am nächsten Morgen wieder das gleiche.
Ist (abgesehen davon, dass die Lernthemen schwieriger werden, weil sie die Fortsetzung der Themen aus der Schule sind) da irgendein großer Unterschied dabei, im Vergleich zum Schülerleben?

Also wenn ihr mich fragt, ich halte die Unterschiede alle für gering, im großen und Ganzen bleibt es dasselbe. Vom Prinzip her. Objektiv gesehen. Eigentlich.

Doch natürlich kann man das eigene Studium nicht einfach objektiv sehen, das wär ja noch schöner. Das kann man vielleicht bei anderen, aber nicht bei sich selbst. Das war ja immer schon einfacher, andere zu beobachten. Die eigene Situation ist dann wiederrum viel zu emotional überlagert, da macht man sich schonmal Gedanken…

Für mich selbst bin ich ja gespant… Es liegt ja auf der Hand, dass ein Fernstudium durchaus ein wenig anders ist. Da entfällt nämlich das ‘zur Uni gehen und Vorlesungen hören’, denn ich darf das alles lesen! Zwei dicke Briefsendungen von der FernUni Hagen kamen schon – es wird Zeit dass ich anfange mich damit zu beschäftigen! Denn was der Moritz jetzt wirklich auf jeden Fall als erstes Mal lernen muss, ist Selbstdisziplin! Und auch wenn Simone Beisiegel sagt, ich solle die Disziplin vergessen und einfach tun, auf was ich Lust hab, dann ist das zwar eine gute Methode, glücklicher zu leben und weniger Stress zu haben, aber nicht die Beste, um ein Semester Fernstudium erfolgreich abzuschließen. Leider!

PS: Ich weiß, dass eigentlich in Wirklichkeit nur wenige Leute aus meinem Freundeskreis wirklich jetzt anfangen zu studieren… Aber ich fand es unpassend das jetzt so einzuschränken. Denn auch wer jetzt noch ein Jahr nach Chile geht, oder hier zu Hause Zivildienst macht, oder oder oder, der wird eines Tages noch anfangen zu studieren. Und dann wird auch er auf diese Zeit zurückgucken und sich seine Gedanken dazu machen… Glaube ich.

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2 Kommentare.

  1. Der Pessimist sieht das Dunkle im Tunnel.
    Der Optimist sieht das Licht am Ende des Tunnels.
    Der Realist sieht im Tunnel einen Zug kommen.
    Und der Zugführer sieht die drei Idioten auf den Gleisen sitzen

    Und ansonsten hast du natürlich schon recht… Wobei, der Wochenstundenaufwand hängt ja auch ganz von der individuellen Leistngsfähigkeit ab! Da bist du also praktisch deines eigenen Glückes Schmied!
    Das mit dem Studienfach, das ist son heikles Thema… Aber woher willst du denn wissen obs das richtige ist, wenn dus nicht wenigstens probiert hast! Lieber nur ein Semester was gemacht, was nich das richtige für einen is, als das ganze Leben lang!

  2. Ich weiß, dass der Arbeitsaufwand ungleich größer sein wird als in der Schule (in meinem Studienfach mind. 60 Wochenstunden, sagt “sogar” die Wikipedia). Hinzu kommen täglich gut 2 Stunden Fahrt, wenn ich mit der Bahn fahre. Und die Semesterferien sind keine Ferien mehr, weil Praktika und Lernen anstehen.
    Ob es das richtige Studienfach ist, dessen bin ich mir noch immer unsicher.
    Momentan sehe ich also insgesamt eher schwarz, denn ich bin ja Pessimist ääh Realist. ;)

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