Also, ich will manchmal unbedingt etwas wissen. Meistens etwas das mit Personen zu tun hat, also über Jemanden, von Jemandem. Ich möchte es unbedingt erfahren, jemanden danach ausquetschen, etc…
Und dann, wenn ich es erfahren habe, muss ich meistens feststellen, dass es etwas ist, dass mich traurig macht, deprimiert, oder wütend.
Und dann denke ich mir, dass ich das eigentlich hätte vorher wissen können.
Und dann hätte ich mich einfach ein wenig beherrschen müssen, weil meistens weiß ich ja wirklich auch vorher, dass die Antwort nicht unbedingt eine sein wird, die mich glücklich macht.
Aber warum frage ich dann?
Warum will ich unbedingt Dinge wissen die… mich verletzen. Und mir stunden- oder tagelang nicht aus dem Kopf gehen und mich verfolgen? Warum?
Und noch mehr würde mich interessieren: Geht das nur mir so, oder anderen auch? Liegt es am Ende nur an meiner viel zu großen Neugierde? Oder ist es bloß wieder ein weiteres typisches Problem des Menschen?
Ich glaub auch, das es eine grundlegende Eigenschaft des Menschen ist möglichst viel über andere zu erfahren, schon allein um sich vergleichen zu können.
Psychologisch gesehen ist die eigene Wahrnehmung des bewußten erlebens ja eine sehr subjektive Sache, die erst durch viele andere, die ein gewisses Erleben genauso oder ähnlich beschreiben zu einer annähernd objektiven Wahrnehmung wird. Solche Beschreibungen wirken auch beruhigend, das man nicht allein es sooder so erlebt, weil diese Erkenntnis einen auch an vielem zweifeln lassen würde.
Hier ist medizinisch auch die Grenze zu seelischen oder auch Geisteskrankheiten zu finden, wenn das selbst erlebte sich wesentlich von der “allgemeinen Wahrnehmung” unterscheidet.
Deshalb strebt der Mensch immer wieder nach Bestätigung seiner Wahrnehmung und die besten Antworten darauf scheint der Geist darin zu finden, indem er Dinge oder Abläufe von anderen erfährt, z.B. auch
wie andere bestimmte Probleme lösen, um aus verschiedenen Ansätzen
den eigenen Lösungsweg finden zu können.
Hey Momo,
ich kann dich in soweit beruhigen, dass es mir auch oft so geht. Ich möchte auch immer alles Mögliche über andere Leute wissen, um dann am Ende deprimiert und neidisch festzustellen wie einsam und langweilig mein eigenes Leben doch ist. Vielleicht ist es einfach in gewisser Weise das Verlangen wie “die Anderen” zu sein, sich seinen Mitmenschen anzupassen, oder aber auch der Neid und die Sehnsucht nach einem anderen Leben, es dient also ein Vergleich des eigenen Lebens mit dem der Anderen. Das ist zumindest mein Eindruck, ich weiß nicht ob es sich so mit deinen Erfahrungen deckt, aber es muss für einen selbst ja einen bestimmten Zweck haben, es kann ja wohl keine unbegründetes Interesse sein, da der Mensch am Ende ja doch nur tut was ihm selbst nützt.
Es ist wohl aber auch ein evolutionär bedingtes Streben nach Neuem, nach Informationen um etwas daraus zu lernen und das eben auch in seinem sozialen Umfeld. Das dies dann auch für einen selbst negative Auswirkungen haben kann ist wohl Teil diese Lernprozesses und wichtig, auch wenn es das Leben unnötig schwer macht. Merkwürdig ist dabei nur, dass man es immer wieder macht, obwohl man doch meist schon im Voraus weiß wie es ausgehen wird. Aber der “Informationsbeschaffungstrieb” oder besser die Neugierde ist wohl manchmal stärker als der eigene Verstand.
Und so wird es wohl vielen Menschen gehen, ich glaube zwar einige zu kennen, die sich gar nicht für Andere interessieren, aber vielleicht zeigen die das nur nicht nach außen oder sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt.