Achtung! Dieser Post stellt – Oh Wunder! – die persönliche Meinung seines Autors dar!
Falls Sie ein Problem mit dieser Meinung haben, schreiben Sie das Problem auf ein Stück Papier und werfen es in den Müll.
Oder wie man unter Linux sagt:
cat problem > /dev/null
Ich bin für Google Streetview (auch) in Deutschland!
Ich zitiere Mario Sixtus im ZDF-Blog:
“Hey, Google fährt fotografierend durch die Gegend und stellt die Bilder ins Internet!”
“Na und? Das mache ich auch.”
“Die Kameras von Google fotografieren aus drei Metern Höhe.”
“Ich bin rund zwei Meter groß, wenn ich meine Arme nebst Kamera gen Himmel strecke, drücke ich auch aus rund drei Metern Höhe ab.”
“Aber sie verknüpfen die Fotos mit einer Landkarte.”
“Das machen viele andere auch.
“Aber das sind Privatleute. Google ist ein riesiger Konzern!”
“Wenn du die industrielle Produktion von etwas verbieten willst, das einzelnen Individuen erlaubt ist, könntest du auch gleich die Tiefkühlpizza-Fertigung untersagen. Entweder es gibt ein Recht darauf, im öffentlichen Raum zu fotografieren, oder es gibt dieses Recht nicht. Wenn es das allerdings gibt, gilt es für alle.”
“Es gibt aber auch das Recht aufs eigene Bild, das Persönlichkeitsrecht.”
“Google verpixelt Gesichter und Nummernschilder. Das ist mehr, als die meisten Straßenfotografen tun.”
“Aber sie verdienen Geld mit Bildern des öffentlichen Raums.”
“Genauso wie Postkartenfotografen oder die Verleger von Reise-Magazinen.”
“Das sind doch hinkende Vergleiche. Die Gesetze sind gemacht worden, als an solch eine massenhafte Produktion von Fotos und an eine weltweite Veröffentlichung per Internet noch gar nicht zu denken war. Wir müssen die Gesetze ändern!”
“Vorsicht: In einem Rechtsstaat gelten alle Gesetze für Alle gleichermaßen. Wenn du massenhaftes Fotografieren und Geotaggen verbieten oder unter Zustimmungsvorbehalt stellen willst, kommst du ganz schnell Fotojournalisten, Hobbyfotografen und kollaborativen Netz-Projekten in die Quere.”
“Google monopolisiert den öffentlichen Raum!”
“Quatsch. Die Häuser stehen schließlich hinterher immer noch da und außerdem kann jeder Google Konkurrenz machen.”
“Aber sie kommerzialisiern den öffentlichen Raum!”
“Wer Plakatwände aufstellt, der kommerzialisiert den öffentlichen Raum. Google klebt lediglich Anzeigen auf die eigenen Internetseiten, genau so, wie sie es schon bei der Suchmaschine machen.”
“Aber Stalker wissen dann, wo ich wohne.”
“Nö. Nur, wenn du mit deiner Adresse im Telefonbuch stehst; eine Publikation übrigens, die ich aus Datenschutzsicht für wesentlich bedenklicher halte.”
“Einbrecher können Streetview nutzen.”
“Streetview läuft bereits in über 20 Ländern. Von einer Steigerung der Einbruchsrate dort ist nichts bekannt. Letzteres wiederspräche auch kriminalpolizeilichen Erkenntnissen.”
Es wird ja oft gesprochen über die Grenze zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten Raum! Ich definiere das für mich ganz einfach so:
Alles was ich sehen/hören/riechen/… kann, wenn ich vor einem Haus auf dem Gehweg stehe, das ist Öffentlichkeit! (Natürlich sind Persönlichkeitsrechte eine ganz andere Sache! Sind Personen zu sehen, müssen die natürlich unkenntlich gemacht werden, logisch!) Konkret heißt das also: Wenn ich um den Garten eben keine Hecke habe, dann kann man meinen Vorgarten von der Straße aus sehen! Also kann man Ihn auch sehen wenn man von da aus ein Foto macht! Also kann auch Google ihn fotografieren. Also kann ihn auch jeder im Internet angucken. So einfach ist das!
Die Ankündigung von Streetview hat übrigens ja zu einem enormen Humorpotential geführt!
Da sind zum einen natürlich diese putzigen Rentner, die sich als “Protestgruppe” vor ihrem Haus fotografieren lassen und dann mit diesem Bild und Namen natürlich auch in der Online-Ausgabe der Zeitung vertreten sind… Alltagshumor allererster Güte!
Und natürlich gibt es viele, viele, viele Blogartikel zum Thema!
Also: Ich habe nichts gegen Google Streetview und kann auch den allgemeinen Argumenten dagegen nichts abgewinnen.
Aha, das ist aber ein sehr aussagekräftiger Kommentar, lieber Tim!
Soso