Bestimmt kennt jeder den Spruch “Jedem das Seine”. Entweder aus dem allgemeinen Sprachgebrauch oder daher, dass er über den Toren des Konzentrationslagers Buchenwald steht. Jedenfalls wurde er zum ersten Mal dokumentiert ausgesprochen vom römischen Philosophen Cato dem Älteren und das war eindeutig vor der NS-Zeit. Und wenn jemand den Satz benutzt gehe ich prinzipiell von der ursprünglichen und wörtlichen Bedeutung aus. Es sei denn er steht in Bomberjacke und Springerstiefeln vor mir und schlägt mich zusammen, das wäre etwas anderes.
Jedenfalls hat sich ja letztens einmal wieder blöderweise eine Werbeagentur daran vergriffen, so dass Tschibo und Esso gemeinsam unter “Jedem den Seinen” auf die Vielfalt des Kaffeeangebotes aufmerksam machen wollten. Da war natürlich der Zentralrat der Juden mal wieder höcht entsetzt und der Vizepräsident Salomon Korn nannte das eine “nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit” oder ein Beispiel “totaler Geschichtsunkenntnis”.
Nun gut. Dann gab es natürlich den nötigen Medienrummel und wieder einmal hat der Zentralrat der Juden erfolgreich demonstriert, wie unfähig er anscheinend ist, die Geschichte zu verarbeiten und über den (leider schon uralten) Vorurteilen gegenüber Juden drüber zu stehen (wie man Kindern das so gern beibringt, wenn sie geärgert werden). Da suhlt sich wohl mal wieder jemand gerne in seiner Opferrolle… Das finde ich nicht gut.
Ich mag den Satz “Jedem das Seine”. Er drückt gut aus, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Meinungen und unterschiedliche Lebensvorstellungen haben und dass man das manchmal nicht verstehen muss, aber dass das ja nicht schlimm ist. So benutze ich diesen Satz.
Da kann sich jetzt jemand drüber aufregen, wenn er möchte, aber gemäß “Jedem das Seine”, darf er das, genauso wie ich ihn benutzen darf.
Wer sich zum Tschibo-Esso-Missgriff noch ein paar interessante Seiten ansehen möchte, immer interessant ist der Hitlerblog bei der taz (wird übrigens geschrieben von Daniel Erk, den man aus der NEON kennt). Und er verlinkt dort auf einen anderen Beitrag bei coffee and tv.
Fein, danke dass du meiner gestrigen geistigen Erhitzung auch etwas Luft gemacht hast. Dieser Zentralrat ist all das, was du schon sagtest und noch ein bisschen mehr. Wer im Land der Gedenken und eigenen historischen Kritik schlechthin, Deutschland, bemängelt, dass das Gedenken nicht so schön ist, wie man (= Zr.d.J.) es haben möchte – und wer zudem noch sagt, dass Gaza-Krieg-Kritiker Nazis sind, der dreht wirklich am falschen Rad….einfach nur pulsfördernd, dieser Verein