Überangebot
Man sagt ja gerne gesellschaftskritisch, dass unsere moderne Konsumgesellschaft in der westlichen Welt durch ein generelles Überangebot an allem gekennzeichnet ist.
Und damit hat man wohl recht.
Mich überfordert das... Hab ich eben im Real gemerkt.
Ich war einkaufen, für die paar Tage, wo ich Herr im Haus bin (das bringt mir natürlich jedes Mal die Assoziation, dass das bald, wenn ich eine eigene Wohnung oder so habe, immer so sein wird, und diese Vorstellung finde ich natürlich cool), und jedes mal denke ich mir, dass ich ja jetzt sehr schön kochen könnte, kreative Gericht, mit viel frischem Gemüse, Fleisch, und allem PiPaPo... Und ich weiß, dass ich das auch könnte (ich will jetzt damit nicht überheblich wirken oder angeben, weil darum gehts schließlich nicht), aber es scheitert dann daran, dass ich dann im Real stehe, zwischen diesen unheimlich vielen Regalen mit den unheimlich vielen Sachen drin. Weil dann kann ich mich nicht entscheiden und dann ist alle Kreativität - schwups - vorbei! Dann kommen mir keine coolen Rezeptideen mehr, die ich zusammenbasteln könnte, ohne ein Rezept zu haben, sondern dann springen meine Gedanken von Zutat zu Zutat, und was man damit alles machen könnte, aber daraus wird einfach aufgrund der schieren Menge nix, dass das vereinen würde. Und das trübt mir dann ein wenig mein Zukunftsbild, weil ich weiß, wenn ich dann ausgezogen bin und tun und lassen kann, was ich will, wäre ich einfach unfähig, alles zu tun, was ich theoretisch könnte, und das macht mich traurig. (Denn ich bin nunmal gierig, und würde gern ALLES machen...)
Ich hab praktisch einfach nicht genug Arbeitsspeicher, damit meine CPU den ganzen Input verarbeiten könne... Und das ist schade!
Nun geht mir das jetzt ja nicht nur beim Einkaufen von Lebensmitteln so... Auch bei allen anderen Einkäufen... Bücher, Filme, Musik, am Liebsten würd ich alles haben... Aber es scheitert dadran, dass ich die Gesamtmenge nich in den Kopf kriege, um daraus eine sinnvolle Teilmenge zu suchen!
Ganz schlimm ist es grade auch bei iPhone-Apps! Da gibts sooooooooo viele, und ich würd am liebsten alle ausprobiert haben, um dann entscheiden zu können, welche ich brauche und haben will! Aber es geht mal wieder nicht, ich kann ja schlecht alle ausprobieren... Von den Kosten ganz zu schweigen... Und das deprimiert mich..
Im Endeffekt bin ich dann wieder mal total überfordert! Und obwohl ich mich vorher aufs Einkaufen gefreut hab, bin ich nachher dann irgendwie enttäuscht... Weil ich nunmal nicht alles haben konnte, was ich wollte... Grrmml
Übersprungshandlungen [2]
Ich hatte grade unter der Dusche eine gute Idee, nein, eine psychologische Erkenntnis.
Und dann fiel mir grade auf, dass ich das ja schonmal gebloggt habe, damals bei der Abizeit.
Jedenfalls ging es darum, dass ich grade keine Lust, weil langweilig und kompliziert, aufs Studieren habe, also vor allem auf die Einsendeaufgaben von Mathe und Computersysteme. Und da fiel mir auf, dass ich, nur um dem aus dem Weg zu gehen, alles mögliche andere lieber machen würde!
Jetzt geht das natürlich nicht, und ich muss mich da jetzt einfach mal grade ranklotzen, aber im Allgemeinen is das doch eigentlich ein gutes Konzept: Wenn man was zu tun hat, auf das man keine Lust hat, kann man dann immerhin tausend andere Sachen machen, auf die man wannanders vielleicht auch keine Lust hätte, aber unter diesem Umstand, dass es etwas noch schlimmeres gibt, macht mans dann doch schon fast gerne.
D.h. ich muss mir praktisch nur was noch viel schlimmeres suchen, um dann als Ausrede das kleiner Übel auswählen zu können...
In diesem Sinne, ich bin mal rechnen...
Konzentrationshilfe
Ich sitze grade bei Tine, surfe rum, lese einen hochwissenschaftlichen Text über eine Studie zur Jugendverbandsarbeit und stelle dabei fest, dass ich mich hier, in fremder Umgebung, während Tine am rumbügeln ist, viel besser auf das konzentrieren kann, was ich am PC tun will, als wenn ich alleine zu Hause säße. Also auf das Lesen, aufs Bloggen, aufs surfen, auf wasauchimmer. Tine sagt, dass ihr das beim Lernen fürs mündliche Abitur, als sie bei mir war, auch so gegangen ist.
Dazu passt, dass ich mich besser hinlegen und nichts tun kann, wenn ich nicht alleine bin, sondern wenn andere Leute im Raum sind, rumwuseln und irgendwas machen (vielleicht nicht grade Staubsaugen)...
Sehr interessant... Geht das anderen auch so?
Alles was mal war
Ich hab gestern Nacht im Auto "Alles was mal war" von den Toten Hosen hören müssen. Also nix gegen die Hosen, wirklich nich, das Lied hat mir einfach nur nich in den Kram gepasst. Weil es is melancholisch. Also mich machts melancholisch wenn ichs höre. Im Auto hab ichs ja bloß so nebenbei gehört, war ja müde und pipapo. Aber ich hab mir dabei schon direkt gedacht, dass ich mich ja kenne, und genau weiß, obwohl das Lied mich eher in ne negative Stimmung bringt und ich darauf ja keine Lust hab, und das Lied auch einfach vom Inhalt her nich passt, wusste ich genau, dass ich es mir trotzdem nochmal anhören würde - selbst, aktiv und bewusst. Und das wird auch nich es letzte Mal gewesen sein. Bestimmt werd ich mir auch das Album besorgen. Und bestimmt kommt dann eine Hosen-hör-Phase. Ich kenn mich doch.
Das is ja ok. Sich selbst zu kennen, hört sich gar net so schlecht an, ne?
Aber das schlimme ist, dass ich doch vorher wusste, dass ich das Lied hören werde und dadurch dann melancholisch werden werde. Und dass ich das prinzipiell dann ja auch sein lassen könnte. Aber nur prinzipiell. In der Praxis funktioniert das einfach nicht. Obwohl ich vorher genau weiß, was ich machen werde, bin ich einfach nicht stark genug, mich selbst daran zu hindern, wenn ichs eigentlich nicht will. Ich kann nur tatenlos zusehen/zuhören wie ich dann Dinge tue, von denen ich weiß, dass ich sie besser nicht tun würde.
Und das ist immer so... Wenn ich schlecht drauf bin verliere ich teilweise meine Selbstkontrolle und dadurch wirds dann nur noch schlimmer!!!
Aaaah.
Und das sind dann die Momente in denen ich mich absolut nicht selbst leiden kann... Und wie man sich vorstellen kann sind die Momente schrecklich! Zum Kotzen is das. So wie Mittwoch Abend. Aber so leids mir tut, so sehr ich mich dann auch selbst hasse, ich kann nichts dagegen machen, nix dran ändern...
Geht euch das auch manchmal so, oder hab ich da ein spezifisches Problem?
Die Toten Hosen - Alles was war
Es ist nicht einfach sich plötzlich wieder zu sehn
Es schleudert unsre Zeit mit voller Wucht zurück
Und als ob wir es nicht besser wüssten
Spielen wir die Vermissten und fallen über uns her
Ein Moment voller Hoffnung, ein Moment voller Glück
In dem wir nicht an gestern denken und was morgen vielleicht ist
Denn dann würde es wieder wehtun, es wär nicht das erste Mal
Wir versprechen uns nie wieder und glauben selbst nicht dran
Vielen Dank für alles was mal war
Für jeden guten Tag
Nun sagen wir "Wie war dein Leben ohne mich?"
Vielen Dank
Für alles was mal war
In unsren Köpfen drehn sich Gedankenspiele
Was wär gewesen wenn, wo würden wir heut stehen
Wir denken an unsre alten Ziele
Und suchen nach dem Fehler in unserem System
Warst du nach uns einsam oder fühltest du dich frei
Und was hast du gemacht in all der Zwischenzeit
Es ist nicht leicht das einzusehn
Doch wahrscheinlich war es so
Was wir uns geben konnten
War damals nicht genug
Vielen Dank für alles was mal war
Für jeden guten Tag
Nun sagen wir "Wie war dein Leben ohne mich?"
Vielen Dank für alles was mal war
Falls dus vergessen hast das ist nicht schlimm
Ich erinner mich für dich
An alles was mal war
Am meisten lieben wir die Dinge, die wir nicht haben können
Wir sollten lernen zu verzichten
Doch wir kriegen das nicht hin
Wir rufen "Lebewohl", winken uns noch einmal zu
Dann drehn wir uns um und laufen dabei los
Vielen Dank für alles was mal war
Für jeden guten Tag
Nun sagen wir "Wie war dein Leben ohne mich?"
Vielen Dank für alles was mal war
Falls dus vergessen hast das ist nicht schlimm
Ich erinner mich für dich
Vielen Dank
Für alles was mal war
Neugierde
Also, ich will manchmal unbedingt etwas wissen. Meistens etwas das mit Personen zu tun hat, also über Jemanden, von Jemandem. Ich möchte es unbedingt erfahren, jemanden danach ausquetschen, etc...
Und dann, wenn ich es erfahren habe, muss ich meistens feststellen, dass es etwas ist, dass mich traurig macht, deprimiert, oder wütend.
Und dann denke ich mir, dass ich das eigentlich hätte vorher wissen können.
Und dann hätte ich mich einfach ein wenig beherrschen müssen, weil meistens weiß ich ja wirklich auch vorher, dass die Antwort nicht unbedingt eine sein wird, die mich glücklich macht.
Aber warum frage ich dann?
Warum will ich unbedingt Dinge wissen die... mich verletzen. Und mir stunden- oder tagelang nicht aus dem Kopf gehen und mich verfolgen? Warum?
Und noch mehr würde mich interessieren: Geht das nur mir so, oder anderen auch? Liegt es am Ende nur an meiner viel zu großen Neugierde? Oder ist es bloß wieder ein weiteres typisches Problem des Menschen?
Langeweile
Jetzt sitze ich schon seit zwei Stunden hier und langweile mich mehr oder weniger doll.
Mein Zimmer sieht aus als hätt ne Bombe eingeschlagen, ich hab noch kein Stück fürs Abi gemacht, meine Schulsachen liegen noch da wie ich sie hingeknallt hab als ich Freitags aus der Schule kam, da sind haufenweise Bücher zu lesen. Ich langweile mich ja nicht, weil ich nichts zu tun hätte... Ich hab nur einfach keine Lust dazu, irgendwas zu machen.
Und das nervt mich. Macht mich unzufrieden und angepisst.
Prima, oder?
Anstatt dass ich dann einfach mal das alles mache, was ich tun könnte, wo ich ja zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen würde, oder zur Not auch einfach ins Bett gehe, nein, ich sitze lieber hier und ärger mich darüber dass mir langweilig is...
Mal wieder voll die Aufschiebetaktik... Es kotzt mich an...
Ich mein, im Prinzip geht es ja nur dadrum, den angemessenen Kompromiss zu finden, zwischen was ich will und was ich muss... (Und wenn man den findet sollte man doch eigentlich dann auch zufrieden und glücklich sein...)
Weil, wenn man nur tut was man will, hat man immer im Hinterkopf die ganzen Dinge schweben, die man noch machen muss... Und umgekehrt genauso, wenn man das tut was man muss, denkt man immer darüber nach, was man alles könnte.
Ich weiß nich was ich machen soll... Ich mein für heute, OK, wahrscheinlich geh ich einfach schlafen. Aber allgemein. Mir gehts ja meistens so! Immer, eigentlich...
Deprimierendes Fremderinnern
Ich frage: Bin ich merkwürdig, wenn mich die Erinnerungen anderer Leute deprimieren?
Ich meine das genauso wie ichs schreibe. Das geht los bei Urlaubserzählungen/-fotos. Hör/Guck ich mir nicht gerne an... Oder auch allgemein bei Fotos von anderen Leuten, die bei anderen Gelegenheiten andere Dinge gemacht haben. Oder Erzählungen von anderen Leuten, die mit anderen Leuten andere Dinge gemacht haben.
Meistens deprimiert mich das. Macht mich traurig. Hinterlässt ein Gefühl von Leere, von nicht-dabei-gewesen-sein. Und das sogar bei Leuten, die ich gar nicht kenne, mit denen ich gar nichts zu tun habe!!!
Ich fürchte, die genaue psychologische Analyse läuft einfach auf puren Neid heraus. Neid auf alles und immer, wenn ich nicht dabei war...
Ja, ich weiß, dass das nicht unbedingt gut ist, sondern eher destruktiv, aber was soll ich denn machen? Außer es für mich behalten...
Mein SMS-Verhalten
Ich stellte grade fest:
Ich schreibe lieber SMS, während ich zu Hause an meinem Schreibtisch sitze, oder mal wenn ich mich in der Schule langweile, aber weitaus weniger häufig wenn ich irgendwo anders bin. Also z.B. auf ner Party oder irgendwo zu Besuch!
Wodran liegt das wohl?
Ich meine, an sich macht es wenig Sinn, weil wenn ich zu Hause sitze, könnte ich eigentlich auch eMailen, chatten oder anrufen. Aber nein, ich gebe dann offensichtlich manchmal lieber (mein) Geld aus. Merkwürdig. Und wenn ich unterwegs bin, da wo einem das Handy überhaupt etwas bringt, da benutze ich es nicht für die Zwecke für die es gut geeignet ist. Also, nicht generell nicht, aber häufig.
Man könnte es ja erklären, weil es ist ja unhöflich einfach so zu smsen, wenn man irgendwo zu Besuch ist, und auf einer Party ist immer so viel los, da finde ich nicht die nötige Ruhe, mich auf ne SMS zu konzentrieren. Und vielleicht habe ich dann "Angst", während ich mich mit Leuten befasse, die woanders sind, bei den Leuten die dann gerade da sind, auf der Party, etwas zu verpassen. Ich habe Verlustängste, vielleicht. Angst den Anschluss zu verlieren. Nur weil ich eine SMS schreibe... Merkwürdig!
Ich denke, das ist ein unsinnvolles Verhalten, ich sollte das zu ändern versuchen...
Oder hat jemand noch eine andere Theorie, warum das so sein könnte? Weil zu verstehen wie es zustande kommt, hilft sicher etwas dagegen zu tun...
