Des iPhones schlechter Einfluss auf die Wissenschaft der Informatik
So würde ich zumindest die Überschrift des folgenden Artikels übersetzen, den ich eben im Netz gefunden habe:
Why the iPhone could be bad news for computer science | silicon.com
Thematisch passt der Artikel sehr gut zu einer Beobachtung, die ich auch schon öfter gemacht habe! Gerade erst letzte Woche, als im Hörsaal in der Reihe hinter mir ein paar Kommilitonen saßen und sich über ihre iPhone unterhielten. Ich konnte dabei heraus hören - falls ihr das einmal lest, nehmt es nicht persönlich oder kritisch
- dass sie teilweise einfach Quatsch erzählten ("Mit'm Jailbreak kannste alle Apps kostenlos installieren." - Nicht faktisch falsch aber vollkommen falsche und schlechte Kausalkette) und daraus schloss ich, dass sie einfach keine Lust haben, sich tiefergehend mit dem Gerät und der Technik zu beschäftigen. Erschreckt hat mich das, weil es sich eben um Informatikstudenten handelt, von denen hätte ich eigentlich erwartet, dass sie - ähnlich wie ich - wegen ihrem grundlegenden Interesse an dieser Art von "computer science" die Hintergründe hinterfragen und wissen wollen was hinter dem Easy-to-Use-iPhone-OS steckt!
Jedenfalls, der Artikel sagt das so ähnlich auch, ich übersetze mal, was Dr. Robert Harle, stellv. Forschungsdirektor des Cambridge Computer Laboratory, dazu sagt:
"Es wächst gerade eine Generation heran, die mit der [heutigen] Technologie sehr vertraut ist - zumindest was die Benutzung angeht. Aber sie scheinen nicht so interessiert daran zu sein, sie auch zu verstehen.
[...]
Die Leute können ihr iPhone benutzen... aber sie wollen es nicht erforschen, sie wollen die Tiefen, die dahinter stecken nicht verstehen. Und ich habe den leisen Verdacht, dass das unter Anderem auch daher kommt, dass wir inzwischen in der EDV, der Informatik oder der IT, wie auch immer man es nennen mag, auf einer Stufe angelangt sind, in der es so eine Black Box ist, so eine komplexe Angelegenheit, in die man sich nicht mehr so hineinfiddeln kann, wie es früher der Fall war."
Und ich fürchte, damit hat er recht! "Unter die Haube" zu gucken, wird immer komplizierter und deshalb lassen sich viele davon abschrecken und versuchen es auch gar nicht erst!
Was ich auch noch interessant fand, als weitere Ursache bringt er im Text den "Computerunterricht" an Schulen an! Denn der gebe den Schülern ein falsches Bild davon, was Informatik ist!
"Es geht nicht um Word, es geht nicht um Excel, wir lehren nichts dergleichen, aber leider ist das genau das, um was es in der Schule geht. [...]
[Informatik] wird dort auch nicht mit Mathematik verbunden, das ist jedoch genau das, was wir brauchen!"
Auch da hat er wieder recht! Die Tatsache, dass ein Informatikstudium zumindest am Anfang zu großen Teilen einfach nur aus Mathematik besteht, ist vielen nicht klar! Ich muss dazu aber nur auf meinen Stundenplan schauen: 10 SWS Mathe, 12 SWS für die drei anderen Kurse.
Aber was nun? Ich finde ja sowieso, man sollte in irgendeiner Art und Weise einen "Computerführerschein" einführen und den Leuten einfach mal so ein paar Dinge klar machen wie: "Benutzt nicht den Internet Explorer" (~"Telefoniert nicht beim Fahren") oder "Man kann in Word auch Formatvorlagen benutzen, wegen der Semantik" (~"Man fährt nicht auf dem Standstreifen") usw...
Wer weiß wo das so noch hinführt... Wenn Menschen Dinge benutzen ohne zu verstehen wie sie funktionieren kann da nichts Gutes bei rauskommen!
Fernsehtipp: “Bis nichts mehr bleibt” (ARD – Mi., 31.03.)
Morgen, Mittwoch, 31.03.10, 20:15 wird in der ARD ein Spielfilm gezeigt, der (zum ersten Mal im deutschen öffentlich rechtlichen Fernsehen) das Thema Scientology kritisch behandelt.
Jetzt im Vorfeld wurde darüber schon relativ breit diskutiert (sogar in der Lokalzeitung!) und Scientology fühlt sich natürlich schlecht dargestellt und diffamiert (und kündigte deshalb eine Gegendarstellung in Eigenproduktion an [ich geh aber nich auf deren Website, deshalb kann ich nix dazu sagen]).
Was die Presse bisher allerdings über den Film schreibt ist überwiegend positiv! Der Film wird gelobt für eine eine authentische Darstellung der Vorgänge innerhalb der Sekte. Auch Frau Ursula Caberta (die ich letztens bei SternTV schon zu dem Thema gesehen habe) war als fachliche Beraterin für den Film tätig; die Frau ist die Leiterin der Hambuger Arbeitsgruppe Scientology, die Aussteigern hilft und gegen Scientology arbeitet.
Wer noch ein wenig mehr wissen will:
Sehr informativ fand ich die Artikel der Sueddeutschen Zeitung, der WELT und dem Tagesspiegel, sowie hier diese Interview mit einer Darstellerin aus dem Film.
Wirklich gar nicht informativ sondern (wie sollte es auch anders sein) beschämend zusammenkopiert ist das, was die Bild darüber sagt... Aber es würde mich wirklich ganz und gar überhaupt nicht wundern wenn die Bild zu Scientology gehört.
Ich bin sehr gespannt ob das mal wieder ein Film der Kategorie "Da hat sich die GEZ ausnahmsweise gelohnt" wird und werde ihn mir definitiv angucken! Und auch allein schon des Themas wegen würde ich jedem den Film ans Herz legen, der am Mittwoch Abend noch nichts vor hat.
PS: Besonders aufregend (auch wenn das sehr schade wäre) fänd ich ja, wenn der Film auf einmal mirnichtsdirnichts nicht gesendet wird, weil Scientology es irgendwie geschafft hat, dass die Verantwortlichen Muffensausen kriegen...
PPS: Ach ja, anscheinend hätte der Film bei Beckmann in der Sendung Thema sein sollen, nur hat das anscheinend nicht so gut geklappt, da hagelt es nur Kritik! Wer sich selbst ein Bild machen will: Playlist mit der betreffenden Beckmann-Sendung Nein, viel besser: In der ARD-Mediathek!
Anmerkung: So schlecht find ich die Beckmann-Sendung jetzt gar nicht... Kann man sich ruhig auch mal angucken.
PPPS: Heute gibt es auch bei der taz einen Artikel und ich war schockiert als ich ihn gelesen hab! Mag ja sein, dass der Film dann doch nicht so gut ist, wie die anderen Medien behaupten, aber dieser Artikel von diesem Herrn Denk liest sich eindeutig wie eine Verteidigungsschrift von Scientology! Findet ihr nicht auch? Ich hab dazu folgenden Kommentar geschrieben:
Ich weiß ja nicht, wie es den anderen Lesern dieses Schriftstückes geht, aber ich kann mich das Eindrucks nicht verwehren, dass dieser Artikel einen deutlichen Pro-Scientology-Unterton hat!Oder sehe ich das falsch?Mir fällt eigentlich kein anderer Grund ein, warum dieser Artikel sonst auf der ARD und den Produzenten rumhakt, Tom Cruise als Vorzeigescientologen dargestellt und dazu angeregt wird, sich intensiver und unvoreingenommen interessiert mit Scientology zu beschäftigen!Und ich denke jeder kann sich denken, was mit Leuten passiert, die sich unvoreingenommen mti Scientology beschäftigen! Ich denke der Film zeigt genau das, was dann passiert...Sehr geehrter Herr Denk, sind Sie Mitglied von Scientology?
wkw = GAY
Musste grade ernüchternd feststellen, dass wer-kennt-wen keine Gästebucheinträge zulässt, wenn man darin einen verkürzten Link posten will:
Dafür habe ich kein Verständnis, ich finde das grenzt an Zensur. (Korrigiere: Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, das ist Zensur, oder?)
Zumal andererseits so etwas:
ganz wunderbar funktioniert!
Warum werden also Links geblockt (die zugegebenermaßen ihr Ziel verschleiern), aber alle anderen Arten von Inhalten nicht (die ja wohl primär von irgendwelchen hanebüchenen Jugendschutzfiltern erfasst werden sollten!)?
So geht das nicht! Entweder ganz, oder gar nicht!
Konsequenterweise muss ich deshalb jetzt eigentlich aus wer-kennt-wen aussteigen, so wie ich es damals bei schuelervz gemacht habe, als auf einmal jedes Mal beim Anmelden ein nerviges Overlay sagte: "Du hast dich nach deinem letzten Besuch nicht ausgeloggt! [...] blabla [...]".
Nachdem ich rausgefunden hatte, dass es keine Möglichkeit gibt, diese Funktion abzustellen hab ich mich kurzerhand einfach abgemeldet.
The same procedure as last year???
eMail betreffs Regelung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Bad Sobernheim und Umgebung
| Betreff: | Regelung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Bad Sobernheim und Umgebung |
|---|---|
| Datum: | Wed, 24 Feb 2010 14:59:27 +0100 |
| Von: | Moritz Schlarb <info@moritz-schlarb.de> |
| An: | KV RLP <presse@kv-rlp.de>, KV RLP <service@kv-rlp.de>, Stadtbürgermeister Dr. Welker, VG-Bürgermeister Kehl, Beigeordneter Bruckmeier, poststelle@bad-sobernheim.de, Julia Klöckner MdB , Fritz Rudolf Körper MdB , "Dr. Josef Rosenbauer (Generalsekretär CDU RLP)" , Allgemeine Zeitung, Wochenspiegel, Öffentlicher Anzeiger, Heiko Heß <gemeinde@weindorf-kirschroth.de>, Bettina.Dickes@t-online.de |
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sehr geehrte Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz,
Sehr geehrte Politiker von Stadt, VG, Kreis, Land, Bund,
Sehr geehrte Presse,
am 3. Februar 2010 las ich in der Zeitung (siehe: www.allgemeine-zeitung.de/region/bad-kreuznach-bad-sobernheim-kirn/vg-bad-sobernheim/sobernheim/8342577.htm), dass sich die KV RLP dem schweren Protest von Bürgern, Ärzten und Politikern beugt und man einen Kompromiss anstrebe, der vorsieht, dass der ärztliche Notdienst in Bad Sobernheim und Umgebung (außer Odernheim und evtl. Staudernheim) vorerst wie gehabt in kollegialer Selbstverwaltung (gemäß Bereitschaftsdienstordnung §3 Abs. 2) beibehalten wird.
In einem Zeitungsbericht am darauffolgendenTag wird dieser Kompromiss von Herrn Körper, MdB bestätigt (siehe: www.allgemeine-zeitung.de/region/bad-kreuznach-bad-sobernheim-kirn/vg-bad-sobernheim/sobernheim/8349008.htm).
Damit war diese Angelegenheit für mich, wie auch für den Rest der besorgten Bürger erledigt, denn eine Einigung im Sinne der Mehrheit der Betroffenen war gefunden, auch das Fernsehen sagte dann eine geplante Diskussionsrunde ab.
Nun musste ich heute/gestern hören, dass Frau Dr. Ultes-Kaiser, Stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der KV RLP, in einem Gespräch mit den Ärzten aus Bad Sobernheim und Umgebung, diesen "einen Maulkorb angelegt" (also ihnen Schweigepflicht auferlegt und anscheinend auch "verboten" habe, weiter öffentlich gegen die geplante Umstrukturierung einzutreten) und angekündigt habe, dass die Umstellung auf den zentralisierten Bereitschaftsdienst (auch wenn man bei einer Verlegung des Standortes nach Meisenheim nicht von einem zentralisierten Dienst sprechen kann, da Meisenheim von Bad Sobernheim aus gesehen eindeutig "ab vom Schuss" liegt) durchgeführt wird.
Wodran mag das wohl liegen? Nun, man sollte vielleicht bedenken, dass gemäß den Informationen auf der Homepage der Vorstand der KV RLP dieses Jahr neu gewählt wird! Ob Frau Dr. Ultes-Kaiser auf den Vorsitzenden-Posten von Dr. Gerhardt scharf ist und deshalb so aktiv versucht, wirtschaftliche Interessen der KV durchzusetzen um sich zu profilieren???
Wirtschaftliche Interessen? Moment mal!
Vielleicht sollte man sich einmal vor Augen führen, dass die Gesundheitsversorgung des Menschen (sowie der Sozialstaat im Ganzen) nichts ist, dass man nach wirtschaftlichen Kriterien verwalten kann! Das Leben eines Menschen und damit verbundene Krankheiten sind unberechenbar und verlaufen nicht profitorientiert. Wenn man so will ist also das gesamte Gesundheitssysstem wirtschaftlich gesehen ein Verlustgeschäft. Denn man steckt Geld in die gesundheitliche Versorgung und was hat man davon? Kein Gewinn, keine Rendite, keine Zinsen! Aber was bringt uns diese Überlegung? Sollen wir dann einfach das Gesundheitssystem abschaffen? Nein, denn wenn es um das Leben von Menschen geht verbieten sich doch diese Gedanken (und beim Notdienst am Wochenende geht es ja überwiegend um akute Notfälle, wer bloß eine Grippe hat wartet auch bis zum Montag) doch von selbst.
Weiterhin ist ja jedem klar, dass aufgrund des demographischen Wandels in Deutschland immer mehr Menschen alt sind als jung, vor allem hier in der ländlichen Gegend. Und da alte Menschen nun einmal öfter krank sind benötigen sie auch mehr Gesundheitsversorgung. Auch klar ist, dass der Rentner dafür nicht viel finanzielle Mittel aufbringen kann/will, aber es kann nicht sein, dass dann die ärztliche Versorgung hier auf dem Land in diesem Maße wegrationalisiert wird!
Nun komme ich mir in der ganzen Angelegenheit ziemlich hintergangen vor (und damit bin ich sicherlich nicht alleine)! Sollen denn mehr als 2.500 Protest-Unterschriften jetzt einfach für die Mülltonne sein?
Zuerst wird in großer Runde vor viel Publikum eine Einigung verkündet (was den Politikern natürlich sehr zu Gute kam) und dann, wenn (vermeintlich) kein Hahn mehr danach kräht, wird still und heimlich der ganze Kompromiss gekippt und doch so gemacht, wie es die wollen, die "oben" "am Drücker" und "am Geldhahn" sitzen (= die Kassenärztliche Vereinigung).
Über diese plötzliche Wendung des Geschehens hat seit dem Zeitpunkt des Gespräches letzter Woche noch keine Zeitung berichtet! (Das soll jetzt der Presse kein Vorwurf sein, denn die wird es schlicht und einfach nicht gewusst haben - hoffe ich! Zumindest habe ich das hiermit geändert.)
Insgesamt ist diese Vorgehensweise definitiv nicht das, was ich als Definition von Demokratie in der Schule gelernt habe. Und meines Wissens nach Leben wir hier in einer Demokratie und dementsprechend ist die KV, in ihrer Eigenschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts, den demokratischen Grundprinzipien unterworfen, die in Deutschland per Grundgesetz nunmal gelten.
Ich bitte mit diesem Schreiben also
- die Zeitung um Berichterstattung hierüber (vielleicht haben sie ja auch Informationsquellen, die mehr wissen, beziehungsweise erhalten noch einen offenen Brief von den bisherigen Initiiatoren des Bürger-Protestes)
- die KV um eine Erklärung, warum plötzlich der geschlossene Kompromiss einfach nicht eingehalten wird (oder besser noch: eine Mitteilung, wonach es sich hierbei um eine simple Falschmeldung handelt und doch alles so gemacht wird, wie beschlossen, gerne auch von Frau Dr. Ultes-Kaiser persönlich)
- die Politiker um ihre Unterstützung und Einmischung
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Ich erwarte gespannt Ihre Antworten.
Mit freundlichen Grüßen
--
Moritz Schlarb
Zensursula²: Der Jugendmedienstaatsvertrag
Man kriegt davon wenig mit, und genau das ist das Verheerende daran!
Nachdem die gute Zensursula nicht mehr Familienministerin ist, ist es ein wenig ruhig geworden im Kampf um die Freiheit im Internet. Das wäre ja auch gut, wenn es gerade weniger geben müsste, gegen das man kämpfen müsste. Doch das Gegenteil ist der Fall! Und gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass wir gerade jetzt wieder einmal aufschreien und protestieren!
Denn was sich da gerade zusammen braut ist nicht einfach nur Zensursula 2.o, sondern viel mehr Zensursula² oder so. Denn in einem Entwurf für den Jugendmedienstaatsvertrag (eine gemeinsame Vereinbarung zwischen den Bundesländern, in dem Dinge, die eigentlich Ländersache sind, für alle Bundesländer einheitlich geregelt werden) kommen diesmal aber noch viel krassere Brüller als beim letzten Mal.
Die konkreten Punkte sind (Quelle: AK Zensur):
- Es werden sowohl Internet-Zugangs-Anbieter (Access-Provider, ISP) als auch Anbieter von Webspace (Hosting-Provider) mit den eigentlichen Inhalte-Anbietern gleich gesetzt. Sie werden als „Anbieter“ bezeichnet. Sie alle sind für die Inhalte ihrer Kunden verantwortlich.
- Access-Provider werden verpflichtet, ausländische Webseiten zu blockieren, die sich nicht an die in Deutschland geltenden Jugendschutzbestimmungen halten. Es muss also eine weitaus umfangreichere Internet-Zensur-Infrastruktur aufgebaut werden, als dies Ursula von der Leyen im Wahlkampf vorgesehen hat.
- Wenn auf einer Webseite die Nutzer Inhalte erstellen können (also zum Beispiel Kommentare in Blogs), dann muss der Betreiber der Plattform (also zum Beispiel der Blogger) nachweisen (!), dass er zeitnah Inhalte entfernt, „die geeignet sind, die Entwicklung von jüngeren Personen zu beeinträchtigen“. Ausnahmen sind keine vorgesehen.
- Generell werden alle Inhalte in Kategorien eingeteilt: ab 0 Jahre, ab 6 Jahre, ab 12 Jahre, ab 16 Jahre, ab 18 Jahre.
- Alle „Anbieter“ müssen sicherstellen, dass Kinder der entsprechenden Altersstufe jeweils ungeeignete Inhalte nicht wahrnehmen. Dafür sind mehrere (alternative) Maßnahmen vorgesehen:
- Es wird ein von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zugelassenes Altersverifikationsverfahren genutzt.
- Inhalte werden nur zu bestimmten Uhrzeiten angeboten. (beispielsweise nur zwischen 22 und 6 Uhr, wenn ab 16 Jahre)
- Alle Inhalte werden mit einer entsprechenden Altersfreigabe gekennzeichnet.
- Die bestehenden Regelungen bezüglich schwer jugendgefährdenden Inhalten (das betrifft u.a. Hardcore-Pornographie usw.) bleiben natürlich in Kraft.
(Also ganz ehrlich... Wer muss spätestens bei der "Sendezeitenregelung" nicht ein wenig schmunzeln und sich innerlich an den Kopf fassen???)
Weitere Infos dazu findet man natürlich in den einschlägigen Quellen des Internets, also speziell auf den Webseiten des Arbeitskreises Internetzensur (AK Zensur), oder hier im Blog von Jörg Tauss, sowie in diversen anderen Blogs, die sich über das Thema auch schon ausgelassen haben.
Es sollte in jedermanns Interesse sein, vollkommen egal, ob er nun aktiv Inhalte im Internet produziert (als Blogger, o.Ä.) oder nur aktiver Nutzer des (noch) freien Internets ist, sein Möglichstes zu tun!
Also: Bloggt, twittert, buschfunkt, usw. und redet offline mit Leuten, denn wenn dieser Entwurf so umgesetzt wird, dann kommen sie langsam, die chinesischen/iranischen/... Verhältnisse!
Ich hatte dahingehend noch den Einfall, dass man versuchen könnte, möglichst viele Webseitenbetreiber zu finden, die dann alle gemeinsam, ab einem bestimmten Zeitpunkt für eine gewisse Zeit seine eigene Website mit einem hübschen Stoppschild blockiert. (Auf diesem sollten dann natürlich Informationen zur Aktion, Erklärungen zum JMStV, schnelle Anleitung zum Mitmachen und der Hinweis, dass diese Seite nur von 22 bis 6 Uhr sendet, äh, erreichbar ist.)
Diesen Einfall hatte ich eben, als Nils mir ein paar Links geschickt hat. Wer die Idee gut findet kann ja mal überlegen, wer dabei mitmachen würde und sie verbreiten!
Im Blog von Herrn Tauss findest man auch einen Entwurf zu einem Protestschreiben, mit dem man sich an Politiker wenden kann/soll/muss. Das habe ich, um das Gefühl zu haben, genug getan zu haben, bei abgeordnetenwatch.de in leicht erweiterter Form mal der guten Julia Klöckner als Frage gestellt, ich bin auf die Antwort gespannt.
Sehr geehrte Frau Klöckner,
der oben genannte Entwurf des Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV-E) löst nach der Debatte zum so genannten„Zugangserschwerungsgesetz“, bei dem Bundestag und Bundesrat höchst unglücklich agierten und ohne Not gegen alle Warnungen das Vertrauen zehntausender technik- und netzaffiner Menschen verspielten, erneut und berechtigt Empörung aus.
Nicht nur die Wirtschaft, sondern vor allem die wieder einmal überhörte „Netzszene“ haben den Entwurf überzeugend kritisiert. Allein die Idee, das globale Internet mit deutschen „Sendezeiten“ und „Altersbegrenzungen“ regulieren zu wollen, ist einfach nur kabarettistisch und abwegig.
Generell gilt: Wenn ein Jugendlicher bestimmte Dinge sehen will, kriegt er sie auch zu sehen. Die zufällige Begegnung mit bedenklichen Inhalten hingegen können wir sehr gut mit grundlegender Erziehungsarbeit und familiär-sozial-technischer Kontrolle in den Griff bekommen. Dafür muss man nicht das freie Internet ausknipsen.
Es gibt gute Methoden, mit denen verantwortungsbewusste Eltern ihre Kinder vor den kranken Dingen schützen können, die es im echten Leben und im Internet gibt. Im Internet klappt das sogar noch viel besser als im echten Leben. Jeder, der einen DSL-Anschluss beantragen und nutzen kann, ist auch in der Lage, sich über Kinderschutzsoftware zu informieren, oder einfach das Router-Passwort geheim zu halten.
Die zuständigen Landespolitiker nehmen das überflüssige Machwerk vor der vorgesehenen Ministerpräsidentenkonferenz ohne Zuleitung an die Landtage schnell, vollständig, ersatzlos und kompromisslos vom Tisch, bevor weiterer Schaden entsteht. Nutzen Sie die Chance und stärken Sie statt dessen beispielsweise das Projekt „Netz für Kinder“! Es gibt keinen Anlass für diese weitere und zudem absurde Verschärfung beim Jugendmedienschutz.
Wie ist hierzu Ihre Position, die Ihrer Partei und die der Landesregierungen, an denen Ihre Partei beteiligt ist??
Mit freundlichen Grüßen
Moritz Schlarb
Noch Fragen? Nein? - Gut, dann auf in dem Kampf!
Update: Fragen - und Antworten dazu
- "D.h. man darf jetzt nur noch nachts Pornos gucken!?
" (anonym)
Ja, denn die sind ja definitiv ab 18. - "Gilt das nur für deutsche Seiten?" (Christian Simon)
Nein, eben nicht! Den ausländischen Seiten wird dann wahrscheinlich entweder eine Altersverifikationsseite vorgeschaltet, oder sie werden einfach nur komplett gesperrt (Stoppschild).
Die Tatsache, dass den Leuten die sich das Gesetz ausdenken bestimmt selber noch nicht klar ist und wahrscheinlich nie klar sein wird, wie das technisch realisiert werden soll, ist nur ein geringer Trost... Denn technisch möglich ist vieles/alles! - "Dann brauchen die aber viele Leute und Geld!" (Christian Simon)
Ja, prima... Wart mal ab, bis sie das als Pro-Argument bringen: Es schafft doch Arbeitsplätze!"
Das Inkompetenzteam Bayerns – die wahrheit auf taz.de
Da hab ich ja gerade bei der taz einen interessant-lustigen Artikel über das bayrische Finanz-(In-)Kompetenzteam Stoiber, Huber, Faltlhauser und Beckstein gelesen: die wahrheit: Der knüppeldicke Depp vom Dienst.
Ein paar Stellen möchte ich kurz zitieren:
"Edmund Stoiber staunte nicht schlecht, als ihm der [Wirt][...] die Rechnung für ein Weißwurstfrühstück präsentierte. Satte 305 Euro [...]. Als Stoiber empört aufbegehrte, beschied ihm der [...] Wirt, er hole sich nur den Betrag zurück, den Stoibers Regierung bei dem Hypo-Alpe-Adria-Desaster in den Sand gesetzt habe. 3,7 Milliarden an Steuergeldern bei 12,5 Millionen bayerischer Bürger, das mache [...] 296 Euro pro Kopf - plus 9 Euro für die Weißwürste und eine Apfelschorle. [...]"
und
"Das [...] Inkompetenzteam [...] ist zwar längst aus dem Amt gejagt, doch jetzt werden die Nullen von Bayerns Bürgern persönlich zur Rechenschaft gezogen. Kurt Faltlhauser, der damalige Finanzminister, musste unlängst beim Friseur 830 Euro berappen."
und
"[...] Beckstein [...] musste schon schlucken, als ihm der Tankwart der Aral-Station [...] für einmal Volltanken sage und schreibe 5.678 Euro und 92 Cent berechnete. Der [...] Benzinzapfer konterte mit der Feststellung, jemand, der Milliardenbetrage ohne zu prüfen ausgebe, hätte auch kein Recht, eine Benzinrechnung zu kontrollieren."
Mir gefällt das! Diese Art von ... "zivilem Ungehorsam" scheint mir sowohl witzig als auch gerechtfertigt und nötig um seine persönliche Genugtuung gegenüber solcher ... "Politik".
Ich schließe mich da dem Kommentar von Christa Bauer-Mulaku an:
"Müssten Politiker mit ihrem Privatvermögen haften, wären sie gezwungen, saubere politische Arbeit zu leisten. "Manche Tiere sind gleich - manche aber sind eben gleicher." [...]
Das Märchen vom "Rechtsstaat" glaube ich schon lange nicht mehr. [...]
Der Volkszorn regt sich noch viel zu wenig.
Einerseits werden Steuern ständig erhöht - andererseits werden Steuergelder mit vollen Händen zum Fenster rausgeworfen."
Ist übrigens auch sehr interessant, wie in den Kommentaren auf einmal der "Andere-Bundesländer-sind-sowieso-doof"-Aspekt an Bedeutung gewinnt
Ich meine, gegen Bayern kann ich das ja nachvollziehen... Aber dass die das als ernstgemeinte Argumente in ner Diskussion bringen... Naja!
ePetition und ELENA [Updated]
Auch wenn man über ihren Sinn bekanntlich streiten kann, mag ich persönlich die ePetitionen ja.
Auch wenn sie vielleicht nicht in der Lage sind, etwas zu bewirken, so geben sie einem wenigstens die Möglichkeit, das Gefühl zu haben, man hätte aktiv politisch partizipiert. Und sie geben interessante Denkanstöße und manchmal bemerkt man eine neue Ungeheuerlichkeit, die beschlossen wurde, erst wenn jemand eine ePetition dagegen aufstellt.
Und wer weiß... Vielleicht gelingt es ja irgendwann, den Zugang und die Akzeptanz sowohl auf Seiten der Bevölkerung (und zwar der ganzen, nicht nur der von Blogistan) als auch auf Seiten der Politik (und zwar der ganzen, nicht nur der Handvoll internetaffiner Abgeordneter) großzügig auszubauen und die oben verlinkt genannten Missstände auszuheben.
Aber zurück zum Thema:
Wissen ist Macht: Die Datenkrake ELENA
(Also für diese Art von Berichterstattung wäre ich wirklich auch bereit GEZ zu bezahlen... Schade dass das nur ein geringer Teil dessen ist, was davon finanziert wird.)
Nachdem ich tine das Video gezeigt hatte, hat sie mich gefragt obs denn dazu schon ne ePetition gäbe, da hab ich spontan mal nachgesehen, aber es gab noch keine.
Jetzt gibt es nicht nur eine, sondern zwei! Eine für die komplette Abschaffung von ELENA und eine für eine Änderung (zumindest die "Art der Fehlzeit" soll dort ausgespart werden).
Ich denke, wer das Video gesehen hat, wird sich nicht fragen, warum er da unterzeichnen sollte, oder?
So weit so gut, viel Spaß bei der politischen Partizipation
(Und um nochmal auf die geringe Akzeptanz der ePetition zurückzukommen, erzählt ruhig anderen Leuten über ELENA, obiges Video und die Möglichkeit der ePetition... Schaden kann das nicht)
PS: Es gibt auch eine Petition, die Systemoperatoren und Administratoren als Berufsgeheimnisträger per Gesetz einstufen will. Das hört sich auch recht gut an und stimmt ja. Wenn man sich mal überlegt auf was ein Administrator alles Zugriff haben können muss, um seine Arbeit tun zu können wundert es eigentlich, dass sie das nicht schon sind.
Update: Zum einen fühle ich mich geehrt, da ich in meinem Tweet über diesen Artikel retweeted wurde
Und über huxi bin ich dann noch auf eine andere Seite zur Petition gekommen, auf der es einen schönen Graphen gibt, der halbstündig die aktelle Zahl der Unterzeichner darstellt:
Autorität und Patriarchat
"Mama", fragt der kleine Michael, "bringt der Storch wirklich die Babys?" - "Selbstverständlich, mein Schatz."
"Und die Weihnachtsgeschenke? Bringt die tatsächlich der Weihnachtsmann?" - "Ja, mein Kind."
"Und unser tägliches Brot schenkt uns der liebe Gott?" - "So ist es."
"Dann möcht ich aber gern mal wissen, wozu wir eigentlich Papa haben."
Wikipedia – Ade! [Updated]
Ich habe grade meinen Wikipedia-Account deaktiviert/gelöscht.
Hab nämlich keine Lust mehr auf die Scheiße!
Wenn ich bei Fefe lese, was da so abgeht in der Wikipedia und mir diese Löschdiskussionen und alles was dazugehört anguckt, dann kommt mir das kalte Kotzen.
Ist natürlich schade, aber so wird die Wikipedia wahrscheinlich nicht mehr lange erhalten bleiben...
Schlimm finde ich, dass die Reviewer beim Geocaching anscheinend die selbe Sorte Mensch sind, wie die Wikipedia-Admins... Arrogant, besserwisserisch, mürrisch, egoistisch, und einfach nur mit Schuss.
Meine sehr veehrten Damen und Herren, herzlich Willkommen, auf den Schattenseiten des Web 2.0 - der Spielwiese für alle Leute, die im wahren Leben keine Freunde haben.
Update: Ich bin eine "x-beliebige provo-sockenpuppe"!
Hört sich lustig an...
Windows 7 für Studenten – Eine Odyssee [Updated thrice]
Auf www.windows7fuerstudenten.de gibt es ein geniales Angebot, nämlich eine Upgrade-Lizenz von Windows 7 (Home Premium oder Professional) für Studenten für sagenhafte 35,- €. (Das hatte ich hier von geizstudent.de)
Da kann man an Microsoft durchaus ein großes Lob aussprechen, so ein Angebot ist für Studenten wirklich eine feine Sache.
Was jedoch nicht in Ordnung ist, ist die Firma, die für die Abwicklung dieses Angebots zuständig ist. Und zwar ist das "Digital River", die auf ihrer Website viel Werbung damit machen, dass sie der "global leader in e-commerce solutions" wären.
Man meldet sich zuerst mit einer gültigen Hochschul-Email-Adresse an, erhält dann ein Passwort und einen Link zum Shop, dann wählt man das Produkt aus (Home Premium oder Professional, 32-Bit oder 64-Bit), bestellt, erhält eine Bestätigungs-Mail, überweist das Geld, und dann...
...passiert NICHTS.
Letztes Wochenende (am 24.10.) habe ich bestellt (Online). Am Montag drauf (26.10.) habe ich das Geld überwiesen (Online). Aufgrund meiner Erfahrungen und meines technischen Verständnisses gehe ich davon aus, dass das Geld am Dienstag, spätestens Mittwoch (28.10.) auf dem Konto (von "Global Collect B.V.") gelandet ist.
Bei www.findmyorder.com kann ich meinen Bestellungsstatus abrufen. Dort stand bis Samstag "Bestellung mit noch ausstehender Zahlung". Ich habe (über das Internet-Kontaktformular und über die eMail-Adresse studentwindows.de@digitalriver.com) letzten Donnerstag und Freitag (29./30.10.) versucht, mit der Firma Kontakt aufzunehmen, und herauszufinden, warum zur Hölle die elektronische Abwicklung einer so simplen Bestellung so verdammt lange dauert.
Dann versuchte ich (Freitag nachmittag) mal telefonisch jemanden zu erreichen. Das ist schon schwierig, denn auf den "Consumer"-Seiten gibt es nur Support per eMail. Also googelte ich und fand irgendeine Nummer von Digital River und rief da an, wurde dann zum Kundenservice weitergeleitet, woraufhin ich dann bei einer Firma namens "Element 7" landete. Dort fragte ich nach einer Bestellung bei Digital River " [...] -> Er: Ja, Windows 7? -> Ich: Jap! -> Er: Für Studenten? -> Ich: Ja! -> Er: Dann geb ich Ihnen mal eine eMail-Adresse ... -> Ich: Nein, ich habe schon eMails geschrieben, ich möchte jemanden am Telefon haben! -> Er: Das geht nicht, da gibt es keinen telefonischen Support, geht nur per eMail. Ich diktier Ihnen die mal [...]"
Da war ich natürlich auf hundertachtzig!
Die Antwort auf meine Mails lies auf sich warten, Freitag Abend erhielt ich dann Antwort auf meine ersten zwei Mails, nämlich "dass die Bezahlung des Auftrags Nummer 6717773420 eingegangen ist, aber noch von der Bank verrechnet werden muss", aber "das[s] die Transaktion 7-14 Tage in Anspruch nehmen kann[,] weil es durch den hohem Arbeitsanfall zu Verzögerungen kommt".
Bin mal gespannt ob ich heute Antwort auf meine dritte Mail (von Freitag 30.10.), erhalte, die hatte sich vom Wortlaut her nämlich gewaschen:
Ich bin unzufrieden! Und zwar SEHR!
[...] Ich weiß, dass a) viele tausend Studenten ihre günstige Windows-7-Lizenz bekommen möchten und, dass b) wir nur Kunden sind, die sehr wenig Umsatz machen, und eine dementsprechend niedrige Priorität haben. Doch mit a) hätten sie rechnen können, nein müssen, und b) Naja, dazu muss ich ja wohl nichts sagen, dass das eigentlich keine Art ist Leute zu behandeln, das wissen Sie auch, aber so ist die Gesellschaft heutzutage nunmal drauf. Aus technischer Sicht gibt es für mich allerdings KEIN Argument, dass diese lange Wartezeit in irgendeiner Art und Weise rechtfertigt! [...]
Deshalb ist es für mich eine absolute Frechheit, so behandelt zu werden. Seit 5 Tagen warte ich darauf, meinen Laptop endlich ordnungsgemäß nutzen zu können, und nicht mit einem Vista-Provisorium.
Wäre ich nicht als Student halt ein armer Schlucker, der ein solches Angebot nicht nicht wahrnehmen kann, hätte ich meine Bestellung längst widerrufen! Ihre Firma hat jetzt für immer einen Vermerk in meiner Erinnerung, und zwar einen schlechten.
Mit tickendem Countdown
Moritz Schlarb
Und heute will ich, wie schon so oft, meinen Bestellungsstatus kontrollieren, und was sagt mir da www.findmyorder.com: "Ihre Bestellung konnte nicht gefunden werden!" ...
Da fehlen mir die Worte... Ich bin gespannt, wie lange sich das jetzt noch hinzieht!
Wie gesagt, ich finde dieses Verhalten im Umgang mit seinen Kunden (auch wenn es nur Studenten sind, die wenig bezahlen), eine absolute Frechheit, und das ist der Grund, warum Digital River jetzt für mich persönlich in die Kategorie der Arschlochfirmen fällt.
(Und wer mir jetzt Rufmord anhängen will, der kann sich dabei höchstens auf die Bezeichnung "Arschloch" beziehen, die eher sarkastisch zu verstehen ist. Die Faktenlage die ich hier schildere entspricht absolut den Tatsachen und ist kein Rufmord sondern einfach nur meine Beobachtung.)
Update: Meine Bestellung kann ich doch wieder angucken, aber das steht immer noch ausstehende Zahlung.
Update zwei: So, zwei Tage später, immer noch nichts passiert! Keine Änderung beim Bestellstatus, keine eMail.
Update drei: Geschafft! Es ist da und funktioniert!
Neues aus Berlin
So... Also... Wie fange ich an?
Gestern war ja in Berlin die große "Freiheit statt Angst"-Demo 2009, und da is ja einiges passiert. Leider war ich nicht dabei - wie denn auch... Die Hauptstadt is leider ein wenig weg...
Jedenfalls: die Polizei geht mit massiver Gewalt gegen Demonstranten vor. Es gibt ein Video, auf dem eindeutig zu erkennen ist, wie ein, sich friedlich verhaltender Radfahrer, ein Gespräch mit einem Polizisten führt und darauf hin brutal zusammengeschlagen wird! Lest und schaut selber, der gebildete und mündige Leser meines Blogs kann sich ja seine eigene Meinung bilden...
Genaueres findet ihr bei heise, fefe, der taz und beim Selberschauen des Videos.
(Schauderlich... Ich kann nicht verstehen wie die Polizei gerade auf einer Demo gegen den Überwachungs- und Polizeistaat durch so Aktionen von sich reden macht... Butter bei die Fisch...)
Und:
Ich zitiere Merkel persönlich:
Ja, der..., die Existenz der Piratenpartei ist natürlich für uns ein Grund sich natürlich mit den Fragen des Internets insbesondere zu beschäftigen und damit auch mit Fragen des Urheberrechts und des Schutzes der Grundrechte ...
Summa summarum: Die CDU beschäftigt sich nur mit Internet, Urheberrecht und Grundrechten weil es die Piratenpartei gibt! Ansonsten wäre das für die CDU wohl kein Thema. Das ist ja wohl allein schon ein triftiger Grund dafür, die Piraten zu unterstützen...
Quelle: Dieses Video:
[youtube X_eAr6a86wE nolink]
Schlussbemerkung:
Ich kann jedem nur empfehlen, Fefes Blog zu lesen...
Die Zukunft: Licht
Eine sehr interessante Zukunftsvision habe ich grade auf Telepolis gesehen. Ist eine Kurzgeschichte (~10 Minuten) und ich fand sie sowohl spannend als auch zum Nachdenken anregend.
Ein kleiner Auszug:
[...]
Seit drei Jahren arbeiteten wir nun unermüdlich Tag und Nacht, wie man auf der Erde dazu sagt. Hier oben gibt es ja nur den ewigen Tag – oder die ewige Nacht, je nachdem wie die Psyche des Betreffenden gestrickt war. Es war ein gigantisches Projekt, an dem mehrere Nationen und einige der größten Weltkonzerne beteiligt waren. Und wie so viele andere Projekte hatte auch dieses zwei Seiten – die offizielle und die geheime. Vor den Augen der Öffentlichkeit waren wir dabei, ein ganzes Feld von Solarsatelliten zu installieren, um den Sonnenstrom ohne große Übertragungsverluste direkt aus dem All zu jeder entsprechend eingestellten Mikrowellen-Empfangsantenne zu senden. Damit befanden wir uns natürlich in direkter Konkurrenz zu dem Desertec-Projekt, an dem sich inzwischen fast alle Mittelmeer-Anrainer beteiligten. Und natürlich hatte es anfangs großen Lärm deswegen gegeben. Andererseits lieferten die Wüstenkraftwerke ihren Strom nur in die Netze der Installationsländer sowie nach Europa, und selbst dort konnte der Bedarf damit nicht komplett gedeckt werden.
Scheich Ali und sein Konsortium würde den Strom der Solarsatelliten jedoch an jedes Land der Erde liefern, das in der Lage war, die Kosten eines Quadratkilometer großen Feldes von Empfangsantennen zu zahlen – und natürlich die monatliche Stromrechnung! Nach einem Gespräch mit meiner Frau, das sich bis in die frühen Morgenstunden erstreckte, hatte ich meinem Boss zugesagt, auch sein zweites Projekt zu leiten. Bis auf wenige Besuche auf dem Mond verbrachte ich die ganze Zeit auf unseren Stationen, die wir schon ganz zu Anfang an den Lagrange-Punkten verankert hatten. Natürlich trainierte ich auch fleißig in den Zentrifugen, um dem Muskel- und Knochenschwund entgegenzuwirken, doch allmählich bekam ich Sehnsucht nach der Erde, nach offenen, weiten Flächen, nach dem Gluckern eines Baches oder dem Zwitschern von Vögeln, das nicht vom Band kam. Bei dem fast schon unanständig hohen Gehalt, das sich Monat für Monat auf mein Konto ergoss, hatte ich jedoch keinerlei Befürchtungen, auch noch die übrige Zeit problemlos zu überstehen.
Auf der Erde machte der Bau der Empfangsstationen ebenfalls große Fortschritte. Die meisten befanden sich auf terrassierten Bergen oder in ehemaligen landwirtschaftlichen Gebieten mit guter Anbindung an die Verbrauchszentren. Spätestens in zwei Jahren würde das Projekt damit beginnen, die Erde mit sauberem Solarstrom aus dem All zu versorgen. Zu diesem Zeitpunkt würde allerdings noch etwas anderes geschehen, von dem bislang kaum jemand etwas ahnte. Auch ich selbst versuchte so wenig wie möglich daran zu denken, um mich nachts nicht schlaflos in meiner Null-G Koje hin und her zu wälzen. Ich versuchte mein Gewissen mit der Argumentation zu besänftigen, dass der verdeckte Teil unseres Projektes schließlich dazu dienen würde, jegliche Kriege ein für allemal zu beenden. Natürlich machte ich mir damit etwas vor, aber wenn nicht wir das Projekt realisiert hätten, dann hätte es früher oder später jemand anderes gemacht. Darauf läuft es doch immer hinaus...
"Und Sie glauben, dass wir damit durchkommen?"
"Natürlich werden wir damit durchkommen! Schließlich halten wir alle Trümpfe in der Hand. Die einzigen Staaten mit weitreichenden Raketen, die uns möglicherweise gefährlich werden könnten, spielen in unserem Team mit. Die anderen werden also bald erkennen, dass sie keine Chance haben, als unseren Forderungen zu entsprechen... und zu zahlen."
Ich muss zugeben, dass mich der technologische Aspekt des Projektes von Scheich Ali überaus faszinierte. Natürlich war es nicht fair gegenüber den kleineren Staaten unseres Planeten, doch unser Projekt würde letztlich ja auch Ihnen zugute kommen, indem es die Gefahr künftiger Klima-Katastrophen drastisch reduzierte. Dass auch die Desertec-Länder ihre Kohle an uns abdrücken müssten, war nur der Zuckerguss auf dem Kuchen. Und glauben Sie mir, der Kuchen war gewaltig!
[...]
Wirtschaftskrise?
Gerade im Radio gehört: In Spanien sind die Fan-Trikots der Nr. 9 (Ronaldo) trotz horrendem Preis von um die 80,- € in Windeseile ausverkauft gewesen!
Und da will wirklich noch ernsthaft jemand behaupten, wir hätten eine Wirtschaftskrise? Und es würde kein Geld mehr ausgegeben werden?
Nenene, denkste! Wirklich nicht, anscheinend...
Iiiiihh….
Fragt mich nicht wie ich gerade drauf kam, aber ich stieß auf folgenden Wikipedia-Artikel: Menstruationstasse.
Eklig, oder?
Meine Meinung zum Amoklauf [Updated]
Wie ja inzwischen bekannt sein dürfte, hat Tim K., der Amokläufer von Winnenden seine Tat vorher nicht im Internet angekündigt! Es handelt sich dabei um einen Fake-Screenshot, der von einem Düsseldorfer erstellt wurde, den Nils im IRC interviewt hat. (Das ist Journalismus! Danke Nils!) Durchaus Lesenswert!
Update: Über Tim erreichte mich grade ein interessanter/lustiger/trauriger Blogeintrag von Hanno Zulla aus Hamburg: Guten Abend, meine Damen und Herren, Sie sehen die Abendnachrichten. Besonders lesenswert ist der (einzige) Kommentar und die Links darin.
Was wollte ich sonst noch dazu loswerden?
Achso, ja, natürlich hat der Amokläufer "Killerspiele" auf seinem Rechner gehabt, berichtete die Presse vergangene Woche. Nun, das freut mich aber jetzt für all die ahnungslosen Politiker und Meinungsmacher, dass sie damit wieder mal die bösen Computerspiele haben, die Schuld sein können. Die Tatsache, dass Tim K.s Tat bestimmt keine ausschließliche Reaktion auf unreifen, übermäßigen Genuss von First-Person-Shootern (wie "Killerspiele" im Fachjargon heißen) kann man dabei ja unter den Tisch kehren, weil dann würde es ja kompliziert werden. (siehe hier bei heise)
Vereinzelte Medien versuchen zu bemerken, dass zwar bisher (fast) jeder Amokläufer solche Spiele gespielt hat, aber noch lange nicht jeder Counter-Strike-Spieler ein Amokläufer ist! ("Killerspiele schuld an Amoklauf?" - Pro-Kontra-Argumentation der taz). Immerhin hat praktisch jeder meiner gleichaltrigen Bekannten (mich eingeschlossen) Counter-Strike und/oder weitere Spiele dieser Gattung auf seinem Rechner und obwohl die Phase, in der das Spiel exzessiv bei LAN-Party gezockt wurde vorbei ist, hat man ab und zu einfach nochmal Lust darauf und rettet ein paar Geiseln oder entschärft Bomben.
Die wirkliche Ursache für Tim K.s "Verzweiflungstat" liegt wohl eher in unserer Gesellschaft. Enbert Alstein schreibt als Kommentar zum taz-Artikel:
"Ursachen sind hier: Soziale Kälte (schon in den Familien, bis hin zu den Prinzipien im Beruf (Konkurrenzkampf), die auch an den Schulen und im sonstigen Leben, schon von Kindern und Jugendlichen schon als "heimliche Lehrpläne" präsent sind. Die Faktoren sind interdependent."
Und dem kann ich nur zustimmen, manchmal geht es mir so ähnlich. Dann überlege ich über meine Zukunft: Beruf, Leben, Kinder, ... und muss entsetzt feststellen, dass ich wirklich keine Lust habe, in einer solchen Welt, wie sie heutzutage aussieht zu leben und Kinder groß zu ziehen! Mit einem Beruf, für den ich meine Prinzipien verraten muss, und dann in einem sozialen Familienunternehmeneiner globalen Aktiengesellschaft indirekt die asoziale Martkwirtschaft unterstütze und meine Kinder von PädagogenLeuten unterrichtet werden, die ihren Beruf aus Verzweiflung ergriffen haben und mit Kindern gar nicht klar kommen. Diese Vorstellung ängstigt mich und ich hoffe einfach, dass sich einerseits Dinge ändern werden und ich vielleicht die Möglichkeiten sehe, die Welt wenigstens für mich erträglich zu machen.
Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die PolitikerLeute die am Drücker sitzen erkennen, dass die Ursache für all die Dinge wie Amokläufe oder bespitzelnde, überbezahlte Manager oder ähnliches nicht in einer materiellen Ursache wie Computerspielen liegen, sondern in grundsätzlichen "Charakterzügen" unserer heutigen Gesellschaft. Natürlich ist es wesentlich schwieriger dort etwas zu ändern, aber es ist die einzige Lösung aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Jeder einzelne muss sich überlegen, in wie weit sein Verhalten Ausdruck einer falschen/schlechten gesellschaftlichen Norm ist, und versuchen sich dagegen zu verhalten. Wenn das jeder mit der entsprechenden Selbstreflexion tun würde, wäre unsere Welt bestimmt ein großes Stück freundlicher und angenehmer. Aber so lange nur vereinzelte Denker so Denken und etwas an ihrem Verhalten ändern, und das keine Kreise ziehen kann, wird sich wenig ändern.


